Beginnen wir oben, am besten bei der «Change Bar & Lounge» auf dem Cordulaplatz, wo sich die gesetztere Generation noch zur Party trifft. Dann führt der Weg über den Schulhausplatz, wo es beim Feuerwehrverein oder in der «Mahiki-Bar» und weiter vorne an der «FahrBar», der Spanischbrötlibahn-Station, eher gemütlich zu- und hergeht, was man auch der Hafenkneipen-Atmosphäre von «Herr Schmidt» eingangs Hochbrücke zuordnen darf.

Nun hat man die Wahl: Entweder über die Hochbrücke mit ihren prägenden Bauten zur «Integrierbar» und «Leviathan» auf die Wettinger Seite oder dann in die Partyzone runtertauchen. Denn auf der Hochbrücke warten in den Bauten des Komitees einige ganz nette Orte, von wo man einen herrlichen Ausblick geniesst.

Also, dann halt runter, dorthin, wo das Komitee das Festgebiet von der Akustik her als «laut» vorgegeben hat. Das Caipirinha- und DJ-Abenteuer geht los, und zwar beim «Semiramis Garden» beziehungsweise bei der «Bar do Tio». Generell gilt auch in diesem Gebiet: bestaunenswert, was alles aufgestellt wurde: «Charlies Dampfer», «DehnBar» und in der Doppelreihe zur Halde hinab dahinter gleich «Chez Soif», «Casa Latina», «Schrott versus Glamour» (mit gutem Musikprogramm), «RememBar», «Tanzverbot» – insgesamt eine geballte Ladung auch baulich ansprechender Festbeizen, die es in sich haben, was Unterhaltung und Drinks anbetrifft. Hier beginnt die eigentliche Ultra-Partyzone, was an der steigenden Dezibel-Zahl und am sinkenden Alter des Publikums abgeleitet werden kann.

Je tiefer, desto mehr geht auch der Sound in die Bässe runter. Bei «Freun(n)de am Tanzen», wo die elektronische Musik gepflegt wird, bis zu «Bass & Drum», wo ebenso der Lautstärke wegen der ganz Körper vibriert. Konversation ist in diesem Viertel nicht gefragt, denn da heisst es einfach Abtanzen und die Nacht durchshaken.

Eingeklemmt im Sound-Sandwich

Im wahrsten Sound-Sandwich von links und rechts, von oben und der Grabenbühne unten gerät man unter den verschiedenen Brückenbogen. Ob «Zuflucht», «Ocean Club», «Nachtschicht» (Black versus White) oder «The Stage» (Nachtbrise) – da muss man einfach mal durch und sich bei unterschiedlichsten Musikstilen, Live-Bands und vor allem DJs unter verschiedenen Generationen in der tanzenden Masse tragen und sich zudröhnen lassen.

Zu Spitzenzeiten allerdings gibt es hier auch am Wochenende fast kein Durchkommen mehr. Und weil sich angesichts der hohen Dezibalzahlen und der opulenten Drink-Auswahl die Promille unbemerkt nach oben schleichen, verändert sich auch der Allgemeinzustand des Publikums zu später Feststunde, was allerdings nicht als eine rein Badenfahrt-typische Erscheinung gilt.

Bei einem Abstecher über die Holzbrücke gelangt man dann wieder in gemütlichere Zonen, wo der festen Nahrung wieder mehr Gewicht geschenkt wird. Dort trifft man auf die von den Namensgebern selber erstellte und betriebene Kanti-Beiz und weiter hinten Richtung Aue wartet die Jugendlichen-Zone ohne Alkohol.

95 Festbeizen sind es insgesamt, daneben viele, zum Teil dekorativ hergerichtete, Imbissstände und dazwischen offizielle Restaurants, von denen sich einige für die Badenfahrt speziell herausgeputzt oder sich dazu etwas haben einfallen lassen. Die Rechnung wird es zeigen: Wer die Arbeit gut gemacht hat, der wird sich am Erfolg, an den Umsatzzahlen, aber vor allem auch an den vielen frohen Stunden erfreuen dürfen.