Ganz in der Nähe der Flussbeiz «Triebguet» findet man plötzlich eine zweite Holz-Plattform, gleich hinter dem Landvogteischloss-Parkplatz im Stohlergut, unterhalb des sogenannten St.-Anna-Rank. Auch dort tummelten sich am Wochenende viele Leute, die gemütlich plauderten und ein paar Bierchen zischten.

Das aber nur als wohl verdiente Pause zwischen den intensiven Arbeitsstunden: Denn auf der rund 200 Quadratmeter grossen Fläche bauen die Mitglieder des Beizen-Projekts «Little Wettingen» mit viel Einsatz und Herzblut die «Schrottbodenalp» – der Schauplatz des diesjährigen Klamauktheaters.

Aus dem Nichts gezaubert

Wie bei der Badenfahrt 2007 und dem Stadtfest 2012 ist die Klamauktruppe «ChropfChrötte» bei der Umsetzung federführend. Bei den beiden letzten Projekten «Schlosserstift Kriesi» und «Grand Hotel Kriesi» im Kriesiareal am Hanrainweg konnten die «ChropfChrötte» die dortige Häuserfassade als Kulisse nutzen. Am neuen Standort am Stohlergut mussten sie die «Schrottbodenalp» aus dem Nichts zaubern.

Wegen der aufwendigen Kulisse haben die Wettinger eine Sondergenehmigung für den frühen Aufbaustart erhalten. Entstanden sind seither die bunten Häuschen der Alp-Bewohner, die mit einer beeindruckenden Liebe zum Detail daherkommen. Zum Beispiel die Hütte der Lumpen-Lisi, deren Fassade aus Dutzenden zusammengefalteten Lumpen besteht. Oder dann der 2 Tonnen schwere bewohnte Silo-Turm, der mit seinen bunten Graffitis wie ein Kunstwerk hinter den Häuschen hervorragt. «Hier wohnen alles erfolglose Familien aus den 68ern», erklärt Jürg Koller, Kommunikationschef der ChropfChrötte. «Sie leben so vor sich hin, bis plötzlich ihre Kinder zurück auf die Alp kommen und ihnen eine technische Weltneuheit vorstellen, die alles verändert.» Wie in der Vergangenheit gibt es kein wirkliches Drehbuch für das Stück und Vieles muss noch angepasst und perfektioniert werden. Denn bisher konnten die Laien-Schauspieler nur «trocken» proben.

Bis zur Badenfahrt werden darum jeden Abend die Szenen durchgespielt und wo nötig angepasst. «Alle freuen sich, endlich vor der richtigen Kulisse zu spielen», sagt Koller. «Es herrscht eine richtige Hochstimmung».

Vor der «Schrottbodenalp» wird rund zehn Tage vor der Badenfahrt die gigantische Tribüne mit 250 Sitzplätzen aufgebaut. Unter den Gästen wird auch hoher Besuch erwartet: «Eine Gruppe der ‹Karl’s Kühne Gassenschau› wird im Publikum sitzen», erzählt Koller sichtlich stolz. Ob es denn auf der «Schrottbodenalp» auch so spektakuläre Stunts gibt wie bei «Karl’s Kühne Gassenschau»? Das will Jürg Koller nicht verraten. Nur so viel: «Es wird einen fundamentalen Schlusspunkt geben mit einem Happy End, von dem alle profitieren und etwas mit nach Hause nehmen können».