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Braucht mein Kind wegen Corona eine Psychotherapie ?

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Unsere Tochter (10) wirkt in letzter Zeit ängstlicher und nachdenklicher als früher und wir geraten häufiger in Streit. Wenn Nachrichten laufen, will sie absolute Ruhe, um keine Neuigkeiten zu verpassen. Abends liegt sie oft länger wach. In der Schule oder mit ihren Kolleginnen gibt es offenbar keine Schwierigkeiten. Auf unsere besorgten Nachfragen meint sie, dass die Corona-Krise schuld sei. Unsere Nachbarn sagen, unser Kind brauche jetzt wohl eine Psychotherapie. Stimmt das? A.C. aus Z.

Es wird allgemein erwartet, dass im Rahmen der Covid-19-Krise psychische Probleme so wie auch Stress und Konflikte in Familien zunehmen werden. In welchem Umfang das genau zutrifft, werden jedoch erst Studien belegen können. Auch ohne Krisensituationen wie die aktuelle, zeigen  etwa 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten. Glücklicherweise benötigt nur ein Teil von ihnen eine kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung und Beratung. Obdann tatsächlich eine Psychotherapie angezeigt ist, muss immer individuell geprüft werden.

Es war richtig, dass Sie Ihre Tochter auf die von Ihnen beobachteten Veränderungen angesprochen haben. Auch kann es hilfreich sein, Ihr Kind nach dessen Bewertung der Krise zu fragen. So haben Sie die Möglichkeit, auftretende Ängste und Sorgen zu besprechen und aus Elternsicht zu erklären. Eltern sind ein wichtiges Modell im Umgang mit Ängsten und deren Bewältigung. Die Ausbreitung des Coronavirus und deren Folgen verunsichern uns aus verschiedenen Gründen. Sie können Ihrer Tochter aber erklären, dass es Möglichkeiten gibt, sich vor einer Ansteckung zu schützen, und dass das Abwehrsystem des Körpers uns immer wieder dabei hilft, Infektionen zu bekämpfen.

Sollten die von Ihnen geschilderten Veränderungen bei Ihrer Tochter in Zukunft weiter zunehmen oder Sie als Familie Unterstützung brauchen, ist es sinnvoll, sich von einer Fachperson beraten zu lassen. Vorerst sind aber Sie als Eltern wichtige Lotsen in und aus der Krise.

Weitere Informationen

Bei Fragen können Sie sich gerne melden unter:
Tel. 056 462 20 10, E-Mail kj.zentrale@pdag.ch, www.pdag.ch

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