Ratgeber Gesundheit

Eine Chance aus der Abwärtsspirale

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Mehr als hundert Magenbypass und Schlauchmagen-Operationen führen Fabian Deichsel und seine Kollegen am KSB jährlich durch. Ob eine OP der direkte Weg zur Bikinifigur ist und was er selbst macht, um sein Gewicht zu halten, erläutert der Adipositas-Chirurg im Interview.

Herr Dr. Deichsel, wie halten Sie Ihre schlanke Linie ?

Fabian Deichsel: Ich esse unwahrscheinlich gern! Deshalb muss ich mein Gewicht schon immer ein wenig im Auge behalten. Aber ich verbiete mir nichts. Denn wie überall im Leben kommt es auf das richtige Mass an. Ich treibe viel Sport – ich fahre gerne Velo und Ski – und im Sommer gehe ich tauchen.

Warum greift das Rezept Sporttreiben und Masshalten nicht auch bei adipösen Menschen, um abzunehmen?

Viele meiner Viele meiner Patienten versuchen seit Jahren abzunehmen und haben teilweise bereits Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gelenkprobleme. Haben sie ein gewisses Übergewicht erreicht, wird Sporttreiben schwierig – Betroffene sind frustriert und nehmen noch mehr zu. Eine OP ist dann eine Chance, diese Abwärtsspirale ins Positive zu drehen. Wir legen jedoch sehr viel Wert auf eine sorgfältige, interdisziplinäre Abklärung des Patienten, um sicherzustellen, dass er für diese nicht umkehrbare Operation in Frage kommt.

Tauscht man mit der OP Kleidergrösse 46 gegen 38 ein?
Häufig gibt es die Erwartung, nach der OP eine klassische Modelfigur zu haben. Doch das ist schlicht nicht möglich! Deshalb müssen wir vielen Patientinnen und Patienten zuerst einmal ein realistisches Bild des zu erwartenden Ergebnisses vermitteln. Dazu gehören eben auch überschüssige Haut und ein gewisser Rest an Übergewicht. 

Ist die Arbeit mit der OP getan?
Dies ist ebenfalls eine gängige Falschannahme. Das Gegenteil ist der Fall: Sport und Ernährung sind zentral, wenn die Patienten Kilos verlieren und ihr Gewicht danach langfristig halten wollen.

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