Ratgeber Gesundheit

Prostatakarzinom: Kann ich das Medikament wechseln ?

Ratgeber Gesundheit

Ratgeber Gesundheit

Ich (82) habe Prostatakrebs. Man kann den Tumor nicht operieren. Der Arzt verschrieb mir deshalb das Medikament Xtandi®. Doch das verursacht bei mir starken Schwindel und Übelkeit. Ich habe es deshalb wieder abgesetzt. Gibt es Alternativen ? Herr M. W. aus A.

Hat sich der Prostatakrebs in seinem Wachstumvon der Hormontherapie, die mittels Bauchspritzen durchgeführt wird, unabhängig gemacht, so spricht man von einer sogenannten Kastrationsresistenz. Hier kommen zusätzlich neue Medikamente in Tablettenform zum Einsatz. Eines davon ist Xtandi® (Enzalutamid). Als häufige Nebenwirkung desselben wird das sogenannte Fatigue-Syndrom beobachtet, ein körperlicher, seelischer und geistiger Erschöpfungszustand, der sich auch nach Schlaf- und Erholungsphasen nicht bessert. Zudem treten unter dieser Therapie häufig Schwindel, Übelkeit oder ein erhöhter Blutdruck auf.

Alternativ kann unter Umständen Zytiga® (Abirateron) in Kombination mit einem Kortisonpräparat
zum Einsatz kommen. Hier gilt es, Nebenwirkungen in Form von erhöhtem Blutdruck, niedrigem Kaliumspiegel, Leberwerterhöhungen sowie Wassereinlagerungen im Gewebe (sogenannte Ödeme) zu beobachten. Auch eine Chemotherapie in Form einer Infusion mit Taxotere® (Docetaxel) kann in Betracht gezogenwerden.

Aufgrund der Tumorausbreitung in der Bildgebung und des PSA-Wertes muss gegebenenfalls in einer interdisziplinären Tumorkonferenz entschieden werden, ob ein Wechsel der Therapie mit Xtandi® auf ein  anderes Präparat sinnvoll ist. Sie müssten also in einem spezialisierten Zentrumvorstellig werden, damit  man Ihren Fall individuell beurteilen kann.

Meistgesehen

Artboard 1