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Wie entsteht eine Blutvergiftung?

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Kann man sich an rostigen Gartenfiguren eine Blutvergiftung zuziehen, wenn man diese mit einer Hautverletzung anfasst? Herr M. S. aus G

Rost ist dann gefährlich, wenn er in Form kleiner Splitter im Gewebe zurückbleibt und so die Wundheilung behindert. Schwere Infektionen können zu einer Ausschwemmung von Bakterien ins Blut führen. Damit wird z. B. eine Lungenoder Blasenentzündung zu einer den ganzen Körper betreffenden Krankheit. Nun spricht man von einer Blutvergiftung. Anzeichen dafür sind u. a. akute Fieberschübe, Schüttelfrost oder ein Blutdruckabfall mit Anstieg von Puls und Atemfrequenz. Der Fachbegriff für diesen Zustand heisst Sepsis. Eine Blutvergiftung ist ein lebensbedrohlicher Zustand, vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch eine Zuckerkrankheit oder Chemotherapie. Ein notfallmässiger Arztbesuch mit schnellstmöglicher Antibiotikagabe ist nun zwingend. Meistens erfolgt eine Hospitalisation. Durch eine Blutentnahme können die ursächlichen Bakterien identifiziert werden. Damit ist im Verlauf eine gezielte, möglichst nur den Krankheitskeim treffende Antibiotikagabe möglich. Durch ein möglichst schmales Spektrum können Resistenzentwicklung und Durchfälle vermindert werden. Stichverletzungen an Händen und Füssen, etwa durch das Eintreten eines Nagels, werden häufig unterschätzt. Selbst wenn die oberflächliche Verletzung wenig eindrücklich aussieht, können in der Tiefe Sehnenscheiden, Bänder oder gar Gelenkkapseln verletzt werden. In diesen Strukturen können sich eingeschleppte Bakterien ausbreiten und zu Eiterungen führen. Nicht selten kommt es dabei innert Stunden zu einer Entzündung mit Rötung, Schwellung und starken Schmerzen. Hier hilft nur noch eine chirurgische Säuberung. Rostige Nägel sind häufig mit Pseudomonas aeruginosa besiedelt, einem Umweltkeim, der aufgrund seiner Resistenzen eine spezielle Antibiotikatherapie erfordert. Zur Verhinderung oder Früherkennung solcher Komplikationen empfiehlt sich bei Stichverletzungen eine Kontrolle beim Hausarzt. Er wird das Risiko sowie die Notwendigkeit einer vorsorglichen Antibiotikatherapie abschätzen. Bei Bedarf (bringen Sie Ihr Impfbüchlein mit!) wird er eine Starrkrampf-Impfung vornehmen.

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