Reinach-Leimbach

Aus dem Verein wird ein Fanclub: Die Spitex soll ins Alterszentrum Sonnenberg integriert werden

Der «Sonneberg» soll den Betrieb der Spitex Reinach-Leimbach übernehmen.

Der «Sonneberg» soll den Betrieb der Spitex Reinach-Leimbach übernehmen.

Falls die Generalversammlung Ja sagt, wird die Spitex in Reinach-Leimbach ins Alterszentrum Sonnenberg integriert. Der Verein mit über 300 Mitglieder wird somit zwar aufgelöst, soll aber in Form eines «Gönnervereins Spitex Sonnenberg», einer Art Fanclub, weiter bestehen.

Die Spitex-Landschaft ist wegen des hohen Kostendrucks im Wandel. Im Grossraum Aarau ist auf Initiative des Regionalverbandes «aarau regio» (zwölf Gemeinden mit sechs Spitex-Organisationen) ein Prozess in Gang gesetzt worden, der bis zu einer Fusion führen kann. Aktuell befindet sich die Analyse des Istzustandes im Endstadium.

Holziken bezieht seine Spitex-Dienstleistungen vom Alterszentrum Lindenhof Oftringen (konkret von dessen Tochter «Spitex Lindenpark»). Genau so, wie es Aarburg unter der Leitung von Gemeinde- und Nationalrätin Martina Bircher schon seit 2018 tut – und jetzt auch Oftringen prüft.

Schaffung der Spitex Sonnenberg

Dem Aarburger Modell sehr ähnlich ist das, was Reinach und Leimbach planen. Faktisch wollen sie die Spitex privatisieren und an die selbsttragende und unabhängige Stiftung Alterszentrum Sonnenberg auslagern. Allerdings möchten sie das leicht abgefedert tun: Der Verein Spitex Reinach-Leimbach (über 300 Mitglieder) wird zwar aufgelöst, soll aber in Form eines «Gönnervereins Spitex Sonnenberg», einer Art Fanclub, weiter bestehen.

Das operative Geschäft geht voll an das Alterszentrum. Die Spitex (21 Mitarbeitende auf 12 Vollzeitstellen) wird künftig als Abteilung des «Sonneberg» geführt. Die neue Spitex-Pflegedienstleiterin wird in dessen Geschäftsleitung (Heimleiterin ist Miriam Lo Conte) Einsitz nehmen. Die «Spitex Sonnenberg» soll ihren Betrieb am 1. Januar aufnehmen. Alterszentrum und Spitex hätten dann zusammen etwa 140 Angestellte.

Vereinsvermögen geht an den neuen Gönnerverein

Allerdings ist all das nur möglich, wenn der von Therese Gautschi präsidierte Verein Spitex Reinach-Leimbach der Neuorganisation zustimmt. Die wegen Corona verschobene Generalversammlung findet am Mittwoch, 12. August, statt.

«Es ist wichtig, dass wir eine solche Versammlung physisch durchführen können», betont die Leimbacher Frau Gemeindeammann Janine Murer. Die Mitglieder sollen sich informieren und auch diskutieren können. Eine Frage dürfte sein, was mit dem ansehnlichen Vereinsvermögen von 260000 Franken passieren wird. Es geht in den Besitz des neuen Gönnervereins über, dessen designierter Präsident Markus Bitterli ist. Für die künftigen Mitglieder des Gönnervereins gibt es weiterhin einen kleinen Bonus in Form einer Vergünstigung im Bereich der Haushalthilfe.

Zuversichtlich, dass der Gemeindebeitrag nicht steigt

Sowohl Janine Murer als auch Reinachs Gemeindeammann Martin Heiz liessen an einer Medienorientierung keine Zweifel darüber aufkommen, dass die bisherige Spitex Reinach-Leimbach alleine zu klein ist. Aktuell müssen die Gemeinden einen Beitrag von 45 Franken pro Einwohner zahlen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir dank der Neuorganisation mindestens auf diesem Niveau bleibenkönnen», erklärte Martin Heiz.

Sollte sich die Lösung mit dem «Sonnenberg» bewähren, könnten durchaus auch andere Gemeinden ihre Spitex-Leistungen vom Alterszentrum beziehen. Mögliche Interessenten könnten etwa die Spitex Menziken-Burg (AZ vom 24.7.) oder die Spitex Beinwil am See sein. Insgesamt hat es, so Heiz, rund um den Sonnenberg 20000 Einwohner.

Vorerst kein Thema mehr ist ein näheres Zusammengehen mit der Spitex Mittlers Wynental: Eine ursprünglich anvisierte Fusion ist seit dem August 2019 vom Tisch. Das Alterszentrum Sonnenberg ist nicht nur daran, die Integration der Spitex vorzubereiten. Demnächst ist auch der Spatenstich für den Neubau eines Bettenhauses mit unverändert 76 Betten. Anschliessend wird der Altbau saniert und zu günstigen Alterswohnungen umgenutzt.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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