Am besten beginnen Sie mit einem Ausschlussverfahren und gehen Sie Geschenke durch, die sicher keine Freude bereiten werden. Nummer 1: Gebrauchsgegenstände. Ein neuer Staubsauger, ein Laptop oder eine elektrische Zahnbürste sind etwa so romantisch wie Prinz Charles' Antwort auf die Frage, ob er in Diana verliebt sei: „Ja – was auch immer Liebe bedeutet.“ Ausnahme: ganz spezielle Gegenstände, die über den reinen Gebrauchsgegenstand hinausgehen. Eine elegante Designerlampe etwa.

Nummer 2: Verlegenheitsgeschenke. Dazu gehören Socken ebenso wie ein Lottoschein. Schal und Handschuhe oder ein ledernes Portemonnaie gehen zwar immer, sind aber nicht besonders originell. Und das so beliebte Parfum ist als Geschenk genauso schwierig wie ein Schmuckstück: Entweder es ist alles andere als originell, weil Sie das nachkaufen, was sich der Partner sonst selbst kauft. Es ist dann quasi ein Geldgeschenk. Oder Sie wagen eine eigene Wahl und riskieren damit enttäuschte Blicke. Denn das Risiko, den Geschmack des zu Beschenkenden nicht zu treffen, ist hoch.

Viele Paare vereinbaren, sich nichts zu schenken. Manche meinen, schon alles Wichtige zu haben, andere haben zu Ende des Jahres kein Geld oder fühlen sich peinlich berührt, wenn der Partner so viel Geld für einen in die Hand nimmt. Wie traurig – und wie unromantisch! Wer Kinder hat, sollte allein schon deshalb den Partner beschenken, weil Kinder es lieben, den anderen beim Auspacken der Geschenke zuzuschauen.

Außerdem geht Schenken auch ohne Geld. Schenken Sie einfach Zeit, zum Beispiel für ein schönes Wochenende zu zweit. Oder fertigen Sie selbst etwas an. Zugegeben, Basteln ist nicht jedermanns Sache, auch wenn ein eigenhändig gezimmertes Weinregal oder ein selbstgebautes Hochbeet zweifellos für glänzende Augen sorgt. Doch es gibt auch Dinge, die jeder mit Leichtigkeit selbst machen kann: ein Erinnerungsalbum etwa, einen Kalender oder auch einen Wimpel mit bunten Umschlägen, in denen Gutscheine stecken.

Das gemeinsame Erlebnis zählt

Doch auch gekaufte Geschenke können originell und voller Liebe sein. Denn um nichts Anderes geht es an Weihnachten, dem Fest der Liebe. Besonders beliebt: Tickets für ein Konzert oder auch Gutscheine für ein Wellnesswochenende. Ist zwar nicht besonders ausgefallen, aber was zählt, ist schliesslich das gemeinsame Erlebnis, und das ist so oder so einzigartig. Alternativen: ein Buch, das zu gemeinsamen Aktivitäten anregt, oder ein spannendes Gesellschaftsspiel, das einen erlebnisreichen gemeinsamen Abend garantiert. Wer es romantischer mag, kann zum Beispiel ein Hörspiel-Abo schenken oder Himmelslaternen. Oder wie wäre es mit einem gemieteten Campingbus für einen überraschenden Kurztrip? Auch ein neues Velo kann eine gute Idee sein, wenn Sie gerne zusammen auf dem Rad unterwegs sind. Aber seien Sie ehrlich mit sich selbst: Sind gemeinsame Velotouren Ihr eigener Wunsch oder tatsächlich derjenige Ihres Partners? Das Geschenk soll immerhin einen Traum Ihres Partners erfüllen und nicht Ihren eigenen.

Daneben gibt es viele lustige Geschenkideen. Auch wenn viele dieser amüsanten Kleinigkeiten völlig überflüssig sind, gibt es doch auch amüsante Gadgets: einen hustenden Aschenbecher etwa, einen Basketballkorb für’s WC oder auch einen sich selbst umrührenden Becher. Schon klar: Solche Geschenke sind nicht zwingend notwendig. Aber dem Beschenkten ein kleines Lachen zu entlocken, hat auch seinen Wert.

Fragen Sie sich: Was kommt zu kurz? 

Egal, ob Sie ein Geschenk für Ihren Partner oder Ihren Nachwuchs suchen: Fragen Sie sich, für wen oder was sich der zu Beschenkende begeistert, für was ihm im Alltag keine Zeit bleibt oder was sein unerfüllter Traum ist. Was liebt Ihr Mann? Abgesehen von romantischer Paarzeit: Was kommt in seinem Leben zu kurz? An Weihnachten ist der richtige Moment gekommen: Seien Sie selbstlos und überraschen Sie ihn mit Eintrittskarten für ein Sportevent, für das Sie selbst keine Begeisterung aufbringen können. Oder schenken Sie ihm einen Bowlingabend mit Freunden. Seien Sie versichert: Die Freude über ein solches Geschenk ist grösser als die über ein paar schicke Schuhe oder ein neues Hemd.

Das Gleiche gilt selbstverständlich auch umgekehrt: Nach was sehnt sich Ihre Frau – unabhängig von mehr Zeit füreinander? Viele Frauen sind romantischer veranlagt als Ihr Partner, deshalb sind Paargeschenke sicher nie verkehrt. Aber gibt es auch etwas, das Ihre Frau unabhängig von Ihnen gern machen würde, für das ihr aber wegen des Jobs oder der Kinder keine Zeit bleibt? Schenken Sie Ihr einen Wellnesstag, ein Abendessen oder einen Konzertbesuch mit ihrer besten Freundin. Ihre Frau liebt Blumen, Sie vergessen aber seit jeher, ihr welche zu schenken? Eine schöne Idee für Romantikerinnen ist ein Blumenstrauss-Abo. Bitten Sie den Blumenladen Ihrer Wahl, allmonatlich einen frischen Strauss zu Ihnen nach Hause zu liefern – natürlich zusammengestellt nach den Wünschen Ihrer Frau!

Echte Geschenke sind oft selbstlos

Kinder sind meist leicht zu beschenken, weil sie vor Ideen strotzen. Doch oft entpuppen sich diese angeblichen Herzenswünsche als Eintagsfliegen – sie sind genauso schnell vergessen, wie die Begeisterung zunächst gross war. Fragen Sie sich auch bei Kindern, was es wirklich gern macht, für wen oder was sein Herz schlägt. Ein Buch ist nur dann ein passendes Geschenk, wenn Ihr Kind gern liest. Ihr Sohn schwärmt für einen Sportler? Wie wäre es dann mit Tickets für ein Spiel oder einem personalisierten Trikot? Ihre Tochter ist eine Pferdenärrin? Ein Kalender mit Rössern ist zwar ganz nett, aber mehr Freude wird ihr sicher eine Reitstunde bereiten.

Schwierig ist es für Eltern, deren Kinder gar keine Wünsche zu haben scheinen. Was immer funktioniert: ein Familienspiel. Welches Kind spielt schon nicht gern? Vielleicht müssen Sie dann zwar in den sauren Apfel beissen, weil Sie selbst nicht gern spielen, aber genau das macht es zu einem richtig guten Geschenk. Auch schön: eine Weltkarte aus Kork, auf der Ihr Sprössling alle Orte markieren kann, an denen er schon einmal war – oder die er unbedingt einmal sehen möchte.