Wohnen

Mit Farbe und Material Seele einhauchen

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Das Parkett am Boden schafft in Kombination mit der Blumenmuster-Tapete eine wohlige Atmosphäre.

Das Parkett am Boden schafft in Kombination mit der Blumenmuster-Tapete eine wohlige Atmosphäre.

Farben und Materialien geben Bauten eine Identität. Jedoch nur, wenn diese nach einer visionären Idee eingesetzt werden. So, wie es Farbgestalterin Ann Hagnauer beim Umbau eines Einfamilienhauses tat: Der Garten diente als Leitbild und wurde mit dem entsprechenden Farb- und Materialkonzept ins Haus geholt.

Farbgestalterinnen und Farbgestalter sind Spezialisten für Farbe und Oberfläche in der Architektur. Eine davon ist Ann Hagnauer von con color. Sie kümmert sich um das Farb- und Materialkonzept bei Wohnhäusern, historischen Bauten und Gebäuden für Gesundheit, Kultur, Bildung und Industrie. Als Fachspezialistin arbeitet sie eng im Team des Architekten mit. «Wir bringen unser grosses Know-how zur Farbwirkung und Materialästhetik ein. Unser Ziel ist es, mit den entsprechenden Konzepten einen Mehrwert, das heisst angemessene oder sinnliche Lebensräume, zu schaffen – in Innen- wie auch bei Aussenräumen», so Ann Hagnauer zu den Kompetenzen von Farbgestalterinnen und Farbgestaltern.

Der Garten als Inspirationsquelle

Der Prozess von der Planung bis zur Umsetzung dauert. «Bei der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes gilt es, Bedürfnisse und Gegebenheiten unter einen Hut zu bringen. Für eine erste genaue Analyse sammle ich relevante Informationen: Wo steht das Haus: in Zürich oder Lausanne, in der Stadt oder auf dem Land? Geht es um einen Neubau oder eine Renovation? Welchem Zweck dient der Bau? Wer wird im Haus wohnen? Wie sind die Lichtverhältnisse: Tageslicht oder Kunstlicht, Schatten oder Sonne?», so Ann Hagnauer.

Detaillierter erläutert die Farbegestalterin ihre Arbeit am Beispiel eines umgebauten Einfamilienhauses in Windisch. Der Ausgangspunkt war ein leerstehendes Elternhaus, umgeben von einem wunderschönen – in vielen Jahren gestalteten, gewachsenen und liebevoll gepflegten – englischen Garten. Die Tochter wollte das Haus neu für sich einrichten und bewohnen. Der Umbauplan von suter architekturen sah vor, den Charakter des Hauses zu erhalten, neue Raumtiefen zu schaffen und den Blick in den mehrschichtigen Garten zu öffnen. «Der Garten war es auch, der mir für die Ausarbeitung des Farb- und Materialkonzepts als Leitbild diente», erzählt Ann Hagnauer, und beginnt Farbkarten auf dem Tisch auszubreiten: «Ich wollte den Garten mit all seiner Sinnlichkeit ins Haus holen.»

Der Garten diente als Leitbild fürs Farb- und Materialkonzept.

Der Garten diente als Leitbild fürs Farb- und Materialkonzept.

Mit Systematik, Intuition und Einfühlungsvermögen

Mit einer Portion Systematik, einem Schuss Intuition, viel Lebenserfahrung und Psychologie startete die Farbegestalterin mit dem Mischen von Farben und der Wahl der Materialien. Entscheidend sei es auch, sich in die Eigentümer einzufühlen, die Bedürfnisse zu erkennen und persönliche Schwerpunkte herauszufiltern. «Beim Haus im Garten entschied ich mich für die Akzentfarben ‹Mattlila› und ‹Tiefgrün› in Kombination mit neutralen, erdigen Farbtönen, ergänzt durch den gezielten Einsatz von englischen Blumenmuster-Tapeten und warmem Eichenholz für die Kochinsel.»

Das Treppenhaus wurde in Mattlila gestrichen. Eine Farbe, die den Blumenduft ins Haus holt.

Das Treppenhaus wurde in Mattlila gestrichen. Eine Farbe, die den Blumenduft ins Haus holt.

Das erarbeitete Konzept wird mit Herleitung, Vision und Massnahmen kommuniziert. Dabei gilt es, die Entscheide zu argumentieren, Optionen aufzuzeigen und das Gespräch im Fluss zu halten. «Dadurch gewinne ich das Vertrauen des Auftraggebers. Ein sehr wichtiger Punkt bei meiner Arbeit. Oftmals ist es für sie schwierig, sich vorzustellen, wie das Konzept im Haus umgesetzt wirken wird. Wenn die Entscheide aus Überzeugung und Lust fallen, entstehen immer massgeschneiderte, schlüssige Projekte», meint Ann Hagnauer, und lässt an dieser Stelle die Bilder des neu renovierten Einfamilienhauses weiter sprechen.

Wohlfühlambiente schaffen

«Korridore und Aufgänge sind aktive Zonen. Hier dürfen die Farben stärker und kräftiger sein. Beim Einfamilienhaus ist das Treppenhaus zudem mit Kunstlicht ausgeleuchtet: Der perfekte Rahmen für das gewählte ‹Mattlila›», äussert sich die Farbgestalterin zur Entscheidungsfindung. Die offene Küche, neu mit dem Wohnzimmer zu einem Wohnbereich verbunden, sollte wie ein Möbelstück dastehen – ruhig, zurückhaltend und den Raum vertiefend. Die Farbwahl für die Küchenzeile fiel deswegen auf das tiefe Grün.

Die offen gestaltete Küche strahlt in ruhigem «Tief-grün». Das Eichenholz der Kochinsel ergänzt das Bild.

Die offen gestaltete Küche strahlt in ruhigem «Tief-grün». Das Eichenholz der Kochinsel ergänzt das Bild.

Die punktuell eingesetzte englische Blumenmuster-Tapete setzt wunderbare Akzente, zaubert im Winter den Garten ins Haus und kreiert eine wohlige Atmosphäre – unterstrichen und getragen vom warmen Holzparkett der Dielen und dem im Treppenhaus gelegten Teppich. Der Arbeitsraum, das Schlafzimmer und die Bäder sind in Weiss, hellen Grau- und Erdtönen gehalten. «Sie binden das ‹Mattlila› und ‹Tiefgrün› zusammen und wirken als Farb-Ensemble leicht und freundlich», schliesst Ann Hagnauer ihre Erläuterung zum Gesamtkonzept und lässt erkennen, wie mit der richtigen Farb- und Materialwahl Individualität und Einzigartigkeit am Bau entstehen kann.

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