Designermöbel

Schweizer Wohndesign – wunderbar wandelbar

Schwebend leicht und dabei bodenständig: Dinhard von Alfredo Häberli

Schwebend leicht und dabei bodenständig: Dinhard von Alfredo Häberli

„Vertrautes, komplett Neues und noch nie Dagewesenes“, so beschreibt Alfredo Häberli die Kollektion 2019/2020, die er für Atelier Pfister entworfen hat. Wir werfen einen ersten Blick darauf.

Mit Dimitri Bähler stösst ein aufstrebender Schweizer Jungdesigner zu Atelier Pfister. Einen Tisch solle er gestalten, weder rund, noch eckig, so lautete Alfredo Häberlis Auftrag. Entstanden ist „Malleray“. „Ich mag das Gleichgewicht zwischen zart und radikal“, so Dimitri Bähler. Der Ansatz Bählers war es, die beiden geometrischen Grundformen – Kreis und Rechteck – so zu verbinden, dass ein neuer, nicht geometrischer Körper entsteht, der trotzdem klar definiert ist. Der Tisch wird zu 100 Prozent aus heimischem Eschenholz im luzernischen Buttisholz bei Trinatura hergestellt. Übrigens: In Malleray, einem Dorf im Berner Jura wuchs Dimitri Bähler auf.

Weder rund noch eckig: Malleray von Dimitri Bähler

Weder rund noch eckig: Malleray von Dimitri Bähler

This Weber – Mit „Sengi“ stellt er alles auf den Kopf

„Es war ausdrücklich gefordert, dass das neue Möbel in zwei unterschiedlichen Positionen einsetzbar ist“, sagt This Weber. Beim Entwurf liess sich der Zürcher Designer von einfachen Metallmöbeln aus den 1930er bis 1950er Jahren inspirieren. Der Verwandlungskünstler „Sengi“ präsentiert je nach Position neue Formen und Funktionen. Im Querformat dient er als niedriger Kaffeetisch, der so leicht ist, dass man ihn auch als Tablett oder Etagere verwenden kann. Dreht man „Sengi“ hochkant, dient er als Couchtisch, als Nachttisch oder als Ablagemöbel. Selbst als Gartenmöbel kann man ihn einsetzen. Da sich zwischen den zwei Ablageflächen Kabel durchziehen lassen, eignet sich „Sengi“ auch zum Verstauen von Internet-Boxen, Netzgeräten und langen Stromkabeln. Seine charakteristische Loch-Perforierung sorgt nicht nur visuell für Leichtigkeit, sondern macht aus dem Beistelltisch ein Leichtgewicht.

Multifunktional: Sengi von This Weber

Multifunktional: Sengi von This Weber

Andreas Bechtiger – Mit „Ragaz“ legt er die Latte hoch

Der solide Bettkasten mit Matratzenkonstruktion wird von einem durchgehenden Holzbalken mit Aussenfüssen getragen. Ähnliche statische Lösungen finde man, so Andreas Bechtiger, auch beim Brückenbau: „Ich wollte die statische Konstruktion einfach und sichtbar gestalten.“ Die nach aussen versetzten Fusselemente dienen nicht nur der Funktion, sondern sind gestalterisches und designbestimmendes Element. Dies sei die neuste Generation von Boxspringbetten, die sich von der ansonsten massiv kastenförmigen Gestaltung deutlich unterscheiden würden, sagt Bechtiger. "Wir haben mit „Ragaz“ das Ziel verfolgt, qualitativ hochwertige Materialien wie Naturholz in Kombination mit Textil sinnvoll und ästhetisch zu kombinieren.“

Die neuste Generation von Boxspringbetten: Ragaz von Andreas Bechtiger

Die neuste Generation von Boxspringbetten: Ragaz von Andreas Bechtiger

Moritz Schmid – Poesie in der Geometrie

Für „Moos“ lässt Moritz Schmid jeweils zwei Zylinder mit unterschiedlichen Durchmessern zu einem neuen Volumen verschmelzen. Die daraus im Querschnitt entstehende Achterform eröffne viele Möglichkeiten beim Arrangieren von Blumen. „Jenseits von Funktion sollen Objekte auch Verführen“, sagt der Designer. Verführen tut die Vasenserie mit kristalliner Anmut und einer unkonventionellen Form. Das „Grosse Moos“ ist ein Teil des schweizerischen Seelands rund um den Murten-, Neuenburger- und Bielersee. Früher Sumpfland, ist es heute, nach der Juragewässerkorrektion, eine der grössten Ebenen der Schweiz.

Verführerische Vasen: Moos von Moritz Schmid

Verführerische Vasen: Moos von Moritz Schmid

Alfredo Häberli überrascht mit eigenen Kreationen

Schwebend leicht und dabei bodenständig: Mit „Dinhard“ (eine Gemeinde in „Winterthur) entwirft Alfredo Häberli ein kompaktes Sofa, das förmlich zum Verweilen einlädt. Grosszügig gepolstert und mit ausladenden Armlehnen ausgestattet, transportiert „Dinhard“ urbane Wohnlichkeit im modernen Look. „Es ging darum, einen weichen Entwurf zu kreieren – etwa als ob ich auf drei Seiten Kopfkissen an eine Matratze befestigten würde. Das war in etwa das Bild, das am Anfang stand“, so Häberli.

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