Zwei echte Chancen, ein Tor. Dass der Trainer die Tore selber nicht schiessen kann, war von der Klubführung des FC Aarau in den letzten Wochen immer wieder betont worden. Dass dem tatsächlich so ist, zeigte sich spätestens gestern Abend beim 1:1-Unentschieden im Testspiel des Super-League-Schlusslichts in Lustenau.

Dabei hatte alles so gut begonnen: Es läuft die 15. Minute, als Stephan Andrist die Gäste im Reichshofstadion in Lustenau mit 1:0 in Führung schiesst. Es war einer der raren ganz starken offensiven Momente im ersten Testspiel unter dem neuen Trainer Raimondo Ponte. Zentrumsspieler Frano Mlinar eroberte den Ball, Sturmspitze Petar Sliskovic leitete direkt in den Lauf von Andrist weiter und dieser liess Lustenau-Torhüter Christopher Knett mit seinem satten Abschluss in die linke Ecke keine Chance. Es war dies ein ganz starker Spielzug von Anfang bis Ende. Schnell und schnörkellos.

Aber dann gab es da eben auch noch die zweite echte Torchance. Und die stand sinnbildlich für das Unvermögen der FCA-Offensive in den vergangenen Wochen. In der 66. Minute vergab Frank Feltscher, von einem weiten Abschlag Joël Malls lanciert, den Siegtreffer kläglich. Der 26-Jährige schob den Ball alleine vor dem Lustenauer Goalie neben das Tor.

Erstes FCA-Training: Raimondo Ponte macht gleich auf Tempo

Erstes FCA-Training am Dienstag: Raimondo Ponte macht gleich auf Tempo.

Test für Basel

Dass das Testspiel gegen den Tabellen-Achten der zweithöchsten österreichischen Spielklasse kaum eine grosse Aussagekraft haben würde, war bereits vor Spielbeginn anzunehmen. Ponte überraschte aber in beiden Halbzeiten mit seinen Aufstellungen. Vor der Pause bildete Igor Nganga – der unter Ex-Trainer Sven Christ als rechter Aussenverteidiger zum Einsatz gekommen war – zusammen mit Juan Pablo Garat die Innenverteidigung. «Ich sehe Igor vielleicht eher im Zentrum. Mir passt es, dort zwei körperlich robuste Spieler zu haben», sagte Ponte nach Spielschluss.

Nach der Pause überraschte der 59-Jährige ein zweites Mal: Er liess Sandro Burki als Innenverteidiger und dafür Olivier Jäckle als Sechser auflaufen. Weil Ponte bei seinem Meisterschaftsdebüt am Ostersamstag beim FC Basel wegen einer Gelbsperre auf Captain Burki verzichten muss, wollte er Jäckle auf dem Sechser begutachten – eine Position, auf der der 22-Jährige zu Juniorenzeiten häufig gespielt hatte. «Ich fühle mich auch auf dieser Position wohl und es ist eine Möglichkeit mehr», sagte Jäckle.

Insgesamt zeigte sich Ponte zufrieden mit dem ersten Testspiel unter seiner Regie. «Es war in Ordnung. Wir hatten aber nicht viele Chancen, daran müssen wir arbeiten.» Auch Lustenau vermochte nicht viel mehr Torgefahr zu erzeugen. Der 1:1-Ausgleich fiel nur wenige Sekunden nach der Pause, als sich Burki und Magyar im Zentrum überlisten liessen.

Ungemach gab es für Marco Thaler, der noch vor der Pause mit einer Leistenzerrung ausgewechselt werden musste. Ponte hatte den 20-Jährigen extra für das Testspiel aus dem Kader der U21-Nationalmannschaft «ausgeliehen». Er wird heute Morgen ärztlich untersucht.