Aargauer Derby

Wohlens Alain Schultz: «Aarau hat einfach keinen treffsicheren Stürmer»

Die finanzielle Schieflage des FC Wohlen lässt auch Captain Alain Schultz nicht kalt.

Die finanzielle Schieflage des FC Wohlen lässt auch Captain Alain Schultz nicht kalt.

Wohlen-Captain Alain Schultz spricht über die Krise des FC Aarau, seinen Abgang im Januar und das Karriereende. Der 32-Jährige wechselte nach der Vorrunde der Saison 2014/15 vom FC Aarau zum FC Wohlen.

Alain Schultz, wo würde der FC Aarau heute mit Ihnen stehen?
Alain Schultz: Gute Frage, aber das kann ich nicht beurteilen.

Seit Sie im Januar gegangen sind, kommen die Aarauer nicht vom Fleck.
Das hat ja nicht nur mit mir zu tun. Man sagt in Aarau ja auch, wenn Dante Senger noch da wäre, wäre alles anders. Sie haben einfach keinen treffsicheren Stürmer.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Gründe für die Krise beim FCA?
Was ich höre und sehe, ist, dass die Aarauer zwar anständig spielen, aber die Tore nicht schiessen. Ich hoffe natürlich, dass das auch am Sonntag so bleibt. Aber es liegt nicht an mir, die Situation beim FCA einzuordnen. Ich konzentriere mich auf den FC Wohlen.

Aber Ihr Abgang…
…war eine gute Entscheidung.

Zum Countdown-Ticker für das Aargauer Fussball-Derby geht's hier.

Aber es war kein schöner Abschluss, es gab Nebengeräusche.
Wer hat schon einen schönen Abgang? Den gibt es doch selten im Fussball.

Hat der Abgang wehgetan?
Nein, nicht gross.

Würden Sie sogar sagen: Ich hätte meinen Vertrag im Sommer 2014 nicht mehr um ein Jahr verlängern sollen?
Das war eine andere Situation. Aarau hat mir einen neuen Vertrag angeboten. Man muss dorthin gehen, wo dir Arbeit angeboten wird. Am Ende geht man arbeiten, um Geld zu verdienen.

Es ist offenkundig, dass der FC Wohlen finanzielle Probleme hat. Ist das für Sie auch ein Thema?
Ja, man beschäftigt sich sicher damit. Wenn der Klub in Konkurs gehen würde, wäre das nicht lustig. Aber ich habe vollstes Vertrauen in die Vereinsführung und bin überzeugt, dass der FC Wohlen auch in den nächsten Jahren noch in der Challenge League spielen wird.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie ins Derby gegen Aarau?
Mit positiven, wir konnten uns vom Tabellenkeller ein wenig distanzieren und wollen als kleiner FC Wohlen endlich das Aargauer Derby gewinnen.

Standen die Vorzeichen je besser?
Sie stehen gut, aber ein Derby ist immer speziell. Da spielen viele Faktoren wie die Tagesform eine Rolle. Man muss klarstellen: Aarau ist im Moment unterwertig klassiert.

Die FCA-Delegation war am vergangenen Montag beim Sieg gegen Winterthur im Stadion, das muss eine Extramotivation gewesen sein.
Wir erfuhren es kurz vor Spielbeginn, aber das war mir relativ egal.

Sie waren zuletzt verletzt, hatten eine tiefe Fleischwunde am Knie und Hüftprobleme. Sie leiden an einer Vorstufe der Hüftartrose. Beschäftigt Sie das?
Nein, ich hatte das ja bereits in Aarau an der rechten Hüfte, jetzt habe ich es erstmals links gespürt. Aber im Moment ist alles gut, gegen Winterthur konnte ich über 90 Minuten schmerzfrei spielen. Es kann jedoch immer wieder kommen.

Wie ist das überhaupt entstanden?
Durch Abnützung.

Machen Ihnen Gedanken an einen verletzungsbedingten Rücktritt Angst?
Das beschäftigt mich schon. Ich dachte auch, dass es jetzt schade gewesen wäre, wenn es wegen der Hüfte nicht mehr weitergegangen wäre. Aber ich habe einen Vertrag bis Juni 2017 und will bis dahin spielen.

Und dann ist fertig?
(Zögert). Das weiss ich noch nicht, der Rücktritt ist im Moment jedenfalls kein Thema.

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