FC Basel

Boëtius und die Vorfreude auf den Final in Tel Aviv

FCB-Holländer Jean-Paul Boëtius.

FCB-Holländer Jean-Paul Boëtius.

Der Holländer Jean-Paul Boëtius lieferte im Auswärtsspiel des FC Basel gegen Lugano die erste Kostprobe seines Könnens – hilft er Basel auch im Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Tel Aviv?

Es war zweifellos der Höhepunkt im ersten längeren Auftritt von Jean-Paul Boëtius im FCB-Trikot: Die saubere Ballannahme mit dem Rücken zum Tor, im Schwingergriff von Gegenspieler Veseli die schnelle Drehung, kurzer Blick nach oben – und dann der perfekte Steilpass auf Davide Callà, der die Vorlage zum 3:1 verwertete.

48 Minuten waren da gespielt im Stadio Cornaredo. 48 Minuten, die der FC Basel brauchte, um gegen den Aufsteiger Lugano früh in Rückstand zu geraten (Torschütze Piccinocchi), postwendend auszugleichen (Callà) und durch zwei Tore kurz vor und kurz nach dem Pausentee (Elneny und Callà) die Sache in die erwarteten Bahnen zu lenken. Mitgespielt auf FCB-Seite haben gleich sieben Profis, die drei Tage zuvor gegen Maccabi Tel Aviv nicht in der Startformation standen. Und wenn morgen in Israel das entscheidende Rückspiel angepfiffen wird, in dem es für den FCB um 22 Millionen Franken geht, wird der Grossteil dieses Septetts wieder auf der Bank Platz nehmen.

Gute bis sehr gute Startelfchancen haben wohl nur Adama Traoré, Taulant Xhaka und: Jean-Paul Boëtius. Pfeilschnell. Technisch stark. Gute Übersicht. Ideenreich. Der Holländer deutete in Lugano an, warum er in seiner Heimat als Supertalent gilt, das von seinen Fähigkeiten her eigentlich schon in England oder Deutschland spielen müsste. Doch Boëtius’ Karriere geriet in Rotterdam ins Stocken, der FCB nutzte die Gunst der Stunde und überzeugte den 21-Jährigen, dass der St. Jakob-Park der richtige Ort sei, wieder auf Touren zu kommen. Dummerweise verletzte er sich dann kurz nach seiner Ankunft in Basel und kam erst am Samstag zur mit Spannung erwarteten Startelf-Premiere.

Im heissen Tel Aviv am Start?

Ein tolles Gefühl sei es gewesen, erstmals im FCB-Trikot in ein Stadion zu laufen, sagte Boëtius nach dem Schlusspfiff. Fast die kompletten 94 Minuten hatte er gespielt, ehe er zwecks Zeitgewinnung doch noch für Bjarnason ausgewechselt wurde. «Ich bin glücklich, der Mannschaft geholfen zu haben, dass wir auch gegen Lugano gewinnen konnten.»

Boëtius begann am linken Flügel, tauchte während des Spiels dann aber überall in der Offensive auf. «Ich brauche natürlich noch Zeit, um mich auf die Kollegen einzustimmen. Aber das System des Trainers habe ich bereits drin im Kopf. Ich trainiere ja jetzt schon ein paar Tage mit.» Grinsend stand er in Lugano vor den Journalisten und freute sich wie ein kleiner Junge auf das, was jetzt kommt: «Ich hoffe sehr, dass wir jetzt mit viel Mut ins Rückspiel gehen und uns für die Champions League qualifizieren.» Ob Boëtius in Israel einen der begehrten Plätze in der Startelf erhält, mochte Trainer Urs Fischer nicht verraten. Nur so viel: «Dass er eine Waffe ist, hat er gezeigt. Doch wir haben viele, sehr viele Waffen in unserem Kader.» Doch es liegt auf der Hand, dass die Schnelligkeit und die Unbeschwertheit von Boëtius dem FCB in der hitzigen Ambiance des Bloomfield-Stadiums in Tel Aviv guttun würden.

Boëtius’ Einsatzchancen sind zudem aus anderem Grund gross: Mit Matias Delgado (Rippenprellung) und Marc Janko (Oberschenkelzerrung) fallen zwei Offensivkräfte wohl verletzt aus, auch wenn sie heute im Flugzeug nach Tel Aviv sitzen. Und Shkelzen Gashi ist momentan derart ausser Form, dass seine Nomination im 22-Millionen-Spiel sehr überraschen würde. Ganz anders als eine Startformation mit Jean-Paul Boëtius.

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