FC Basel

Breel Embolo: Bereit für das Erbe des Königs

Embolo schiesst den FC Basel zum 1:0-Sieg in Sion – sogar der Gegner zieht den Hut. Neuerdings hat das Sturmjuwel einen eigenen Fanclub. Und im FCB vertraut man Embolo das grosse Streller-Erbe an.

Es ist ein ungleiches Duell. Breel Embolo gegen Birama Ndoye. 71 Kilogramm gegen 82. 18 Jahre gegen 21. Gegen den Sion-Baumstamm wirkt sogar Kraftpaket Embolo wie ein Zündhölzchen. Alles klar also, wer als Sieger aus dem Duell hervorgeht?
Mitnichten! Wie eine lästige Fliege wird Ndoye in der 34. Minute von Embolo abgeschüttelt, stürzt zu Boden und muss hilflos mitansehen, wie es hinter Sion-Goalie Vanins einschlägt.
«Wenn man so will: Ja, Embolo war der Unterschied», sagte Vero Salatic nach dem Schlusspfiff. Solche Spiele, so der Walliser Chefstratege, können nur ganz besondere Fussballer entscheiden.

Ja! Er ist wirklich 18 Jahre alt!

Embolo ist unbestritten so einer. Wie es sich für einen besonderen Fussballer gehört, hat der Schweizer Neo-Nationalspieler seit kurzem einen eigenen Fanclub: Rund 10 Personen im Embolo-Fieber pilgerten gestern ins Tourbillon. Doch nicht nur sie schnalzen mit der Zunge, wenn ihr Idol am Ball ist. Embolo zieht mittlerweile eine immer grösser werdende Masse an, die nur seinetwegen ins Stadion kommt. Dabei muss man sich immer wieder sein Alter vor Augen halten: 18 Jahre!
Vor einer Woche schoss er den FC Zürich mit drei Toren praktisch im Alleingang ab. Gestern verwertete er die erste FCB-Chance der Partie zum Siegtreffer. Shkelzen Gashi und Marco Streller, die 31 der 69 Basler Saisontore erzielten, fehlten in Sion gesperrt. Jeden anderen Verein in der Super League würde dies vor unlösbare Probleme stellen – nicht den FCB, er hat ja Breel Embolo.

In Jahren gäbe es das grosse Geld

Noch ist Embolo der Prinz im Basler Sturmzentrum. Doch bereits im Sommer tritt er das Erbe des abtretenden Königs Marco Streller an – sofern er den Angeboten aus dem Ausland, die zweifellos kommen werden, widersteht. Entgegen der allgemeinen Meinung, Streller werde durch einen arrivierten Stürmer ersetzt, liess FCB-Präsident Bernhard Heusler vor einigen Tagen durchblicken, dass eine Neuverpflichtung nicht zwingend sei. Das Vertrauen in Embolo sei gross genug. Und soll er sich im eingeschlagenen Tempo weiterentwickeln, muss Embolo spielen, spielen, spielen. Geschieht nichts Unerwartetes, sind dem FCB so in der nächsten Saison Spektakel und Tore garantiert – und irgendwann auch eine fette Ablösesumme für das grösste Schweizer Stürmerversprechen seit Johan Vonlanthen.

Von vielen Seiten wird behauptet, Embolo spiele trotz seiner eben erst erlangten Volljährigkeit bereits wie ein alter Hase. Das mag für die eine oder andere Szene stimmen. Doch ein Routinier wäre in der Schlussphase in Sion nicht so schludrig mit der grossen Konterchance zum 2:0 umgegangen. Oder: Oft muss Trainer Paulo Sousa Embolo zeigen, wie er laufen muss – zu oft. Aber: Dass er seine wenigen Schwächen bald ablegen wird, daran zweifelt niemand.

Der Rest der Partie ist schnell erzählt: Sion und der FCB neutralisieren sich grösstenteils, heisse Strafraumszenen sind Mangelware. Kurz nach Embolos 1:0 wehrt Sion-Goalie Vanins einen Freistoss von Fabian Frei grandios ab – mehr passiert ausser einigen hart geführten Zweikämpfen nicht. Spannend wird es erst in der Schlussphase, als Sion doch noch der Mut packt: Mit langen Bällen sorgt das Heimteam für viel Wirbel im FCB-Strafraum. Doch nach Zverotics «Kunststück», den Ball aus drei Metern am Tor vorbeizuschiessen, ist klar: Die drei Punkte gehen nach Basel, wo der Meister-Champagner langsam, aber sicher kaltgestellt werden kann.

Matchtelegramm:

Sion - Basel 0:1 (0:1)

12'500 Zuschauer. - SR Bieri. - Tor: 34. Embolo (Gonzalez) 0:1.

Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ndoye (93. Vanczak), Ziegler; Kouassi, Salatic; Follonier, Fernandes (83. Ramirez), Akolo (63. Assifuah); Konaté.

Basel: Vaclik; Xhaka (70. Degen), Schär, Suchy, Safari; Elneny, Frei (85. Traoré); Gonzalez (92. Samuel), Zuffi, Callà; Embolo.

Bemerkungen: Sion ohne Carlitos, Herea (beide gesperrt), Christofi, Pa Modou (beide verletzt) und Vidosic (rekonvaleszent). Basel ohne Gashi, Streller (beide gesperrt) und Ivanov (verletzt). 40. Vanins lenkt Freistoss von Frei an den Pfosten. Verwarnungen: 28. Schär. 34. Kouassi 68. Callà (alle Foul) 71. Frei (Unsportlichkeit). 73. Suchy. 78. Zverotic (beide Foul). 81. Gonzalez (Unsportlichkeit). 86. Ziegler (Foul).

Lesen Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute in unserem Live-Ticker nach:

Matchtracker: FC Sion - FC Basel

ScribbleLive: FC Sion - FC Basel 18.04.2015

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