Europa League

Lospech, Verletzungspech: Das Gefühl des aufgebrauchten Glücks

Der FC Basel trifft mit dem FC Sevilla auf einen der schwersten Gegner (im Bild Stürmer Fernando Llorente) und muss auch noch den Ausfall von Birkir Bjarnason (Bild rechts) hinnehmen.

Der FC Basel trifft mit dem FC Sevilla auf einen der schwersten Gegner (im Bild Stürmer Fernando Llorente) und muss auch noch den Ausfall von Birkir Bjarnason (Bild rechts) hinnehmen.

Keine 24 Stunden nach dem Krimi gegen Saint-Etienne ist bereits der nächste Gegner des FC Basel in der Europa League bekannt. Der FCB trifft im Achtelfinale auf Sevilla. Zuerst geht es am Sonntag aber noch gegen den FC Thun.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass der FC Basel sein ganzes Glück in den Schlussminuten gegen Saint-Etienne aufgebraucht hat. Denn so viel Pech, wie die Basler heute bei der Auslosung für die Achtelfinals hatten, kann man anders nicht erklären.

Es war Alex Freis Gesicht schon anzusehen, dass der Gegner, der auf dem Zettel stand, nicht unbedingt der Wunschgegener ist. Als er dann den Zettel mit der Aufschrift «FC Sevilla» in die Kamera hielt, war das Schicksal besiegelt. Der FC Basel spielt gegen den Titelverteidiger. Gegen den Rekordsieger in der Europa League (mit vier Triumphen) und gegen einen Titelanwärter. Ganz ehrlich, viel schlimmer hätte es fast nicht werden können.

Kommt hinzu, dass den Baslern die südlichen Mannschaften nicht gerade liegen, man erinnere sich nur an das 0:5-Debakel gegen Valencia. Dementsprechend fiel Urs Fischers Reaktion aus, der vom Gegner während der Vorschau-Pressekonferenz für das Spiel gegen den FC Thun erfahren hat: «Ich habe gesagt ich will keinen Spanier, jetzt haben wir einen», sagte er mit einem etwas gequälten Lächeln.

Aber Sevilla ist ja nicht irgendein spanisches Team. «Die sind Titelverteidiger, oder?», fragte Fischer in die Runde, die bejahte. «Dann wird's ja einfach.» Seinen Humor hatte er also behalten, schob später aber nach: «Das ist ein unheimlich schweres Los. Aber Saint-Etienne war auch schon schwer. Aber ja, Sevilla ist noch schwerer. Das ist ein happiger Gegner.»

Die Verletztenliste wird länger

Happig. Das trifft es ziemlich gut. Denn Sevilla hat nicht nur im vergangenen Jahr die Europa League gewonnen, sondern auch bereits im Jahr zuvor. Sevilla ist also die Europa-League-Mannschaft schlechthin. Trainer Unai Emery versteht es wie kein anderer, sein Team auf den zweitwichtigsten Clubwettbewerb Europas einzustellen. Ohnehin wissen die Sevillanos, wie man in K.O.-Spielen aufzutreten hat: Auch im spanischen Cup haben sie es in den Final geschafft und treffen dort auf den FC Barcelona.

Ja, die Basler hätten es wirklich besser treffen können. Und als wäre das nicht genug, hat sich gegen Saint-Etienne gestern auch noch Birkir Bjarnason eine Fraktur in der Hand zugezogen und muss heute im Verlauf des Nachmittags operiert werden. Wie lange der Isländer ausfallen wird, ist noch nicht ganz klar, Fischer geht von zwei bis drei Wochen aus. «Es ist sehr schade dass neben Boëtius, Sporar, Janko und Xhaka nun auch noch Bjarnason ausfällt», sagt Fischer konsterniert. Andraz Sporar und Jean-Paul Boëtius sind verletzt, Taulant Xhaka und Marc Janko sind gesperrt - glücklicherweise aber nur in der Liga.

Gegen Thun fehlen Fischer am Sonntag (13.45 Uhr) also fünf Spieler, mit Vaclik könnte ein sechster dazu kommen. «Er hat gestern vor dem Anpfiff Schmerzen im Bereich der Adduktoren verspürt und muss sich heute untersuchen lassen.» Ob er geschont wird am Sonntag komme auf den Befund an. Dass er also fast schon mit dem letzten Aufgebot nach Thun reisen muss, wollte Fischer nicht abstreiten. So wurde auch der erst 20-Jährige Nicolas Hunziker nachgezogen. Hunziker ist in der Offensive zu Hause und kann sowohl in der Spitze als auch auf dem Flügel spielen.

Aber nicht nur aufgrund der vielen Ausfälle glaubt Fischer, dass das Spiel am Sonntag nicht einfach wird: «Das wird eine der schwierigsten Aufgaben. Man hat sich für die Achtelfinals qualifziert, hat viel Energie gebraucht, sowohl körperlich als auch im Kopf. Wird werden gefordert sein.»

Gefordert - das wird der FCB auch gegen Sevilla sein. Am 10. März empfangen die Basler den FC Sevilla zu Hause im Joggeli, eine Woche später geht es auf der «Road to Basel» nach Sevilla ins Ramón Sánchez Pizjuán. Es ist der wohl schwerste Weg, den die Basler gehen müssen. Bleibt zu hoffen, dass bis dann wenigstens das Glück zum FCB zurückgekehrt ist.

Die restlichen Paarungen der Europa-League-Achtelfinals:

Schachtar Donezk - Anderlecht, Villarreal - Bayer Leverkusen, Athletic Bilbao - Valencia, Liverpool - Manchester United, Sparta Prag - Lazio Rom, Borussia Dortmund - Tottenham Hotspur, Fenerbahçe Istanbul - Sporting Braga.

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