FC Basel

Nach dem Frustabend wartet ein ganz heisser Tanz in Israel

Basel dominiert Tel Aviv die gesamte Partie über, spielt gegen die Israeli aber trotzdem nur 2:2-Unentschieden. Beiden Gegentoren gingen haarsträubende Fehler von FCB-Verteidiger Daniel Hoegh voraus. Auch der Ref zog einen schlechten Abend ein.

Als vieles darauf hindeutete, der FC Basel habe sich im letzten Moment mit dem 2:1-Siegtreffer von Breel Embolo (88.) doch noch eine gute Ausgangslage für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs am Dienstag in Tel Aviv geschaffen, wurde er eiskalt geduscht.

Basel - Maccabi Tel Aviv – die wichtigsten Momente.

Basel - Maccabi Tel Aviv: Die wichtigsten Momente.

Von einem Fehlpass Daniel Hoeghs noch einmal ins Spiel gebracht, gelang Maccabi Tel Aviv in der 96. Minute (!) durch Captain Eran Zahavi der 2:2-Ausgleichstreffer. Damit war klar: Das wird nun in Israel ein ganz heisser Tanz und für den FCB eine äusserst heikle Aufgabe, doch noch den Einzug in die Königsklasse zu schaffen.

«Ein solcher Fehler darf nicht passieren», sagte Urs Fischer hinterher. «Aber wir haben dennoch eine gute Leistung gezeigt und werden in Israel alles geben, um das Ziel Champions League doch noch zu erreichen.»

Umstrittener Schiedsrichter

Ein anderer Trainer hätte in diesem Moment wohl zu einer Schimpftirade auf den Schiedsrichter ausgeholt. Fischer aber mochte sich nicht über William Collum auslassen. Dabei hätte er einigen Grund dazu gehabt. Denn zuerst hatte der Schotte den Baslern nach einem klaren Handspiel von Avi Rikan einen Penalty vorenthalten (53.), und dann einem Kopftor von Hoegh (75.) nach einem Corner von Luca Zuffi aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung versagt.

Ja, der Schweizer Meister hatte an diesem Abend nicht nur gegen Maccabi, sondern auch gegen den Schiedsrichter zu kämpfen gehabt – es war ein ganz schwacher Auftritt der Spielleitung. So kam es, dass es im neunten Pflichtspiel unter Fischer zum ersten Mal nicht zu einem Sieg reichte. Dennoch hat der Zürcher den besten Start hingelegt, den je ein Basler Trainer nach seinem Amtsantritt schaffte.

Noch nie in seiner bisherigen Zeit als Basler Trainer hatte Urs Fischer zweimal hintereinander dieselbe Mannschaft aufs Feld geschickt. Dies war auch gestern so, doch schon nach einer Viertelstunde hatte er wieder umstellen müssen.

Nach einer flachen Hereingabe von Behrang Safari hatte Marc Janko sein Bein ausgestreckt, um die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. Ein Kinderspiel für den österreichischen Torjäger – so schien es.

Doch Janko verfehlte nicht nur den Ball, sondern verletzte sich auch noch dabei und musste durch Shklezen Gashi ersetzt werden. Was auch deshalb bedauerlich war, weil Breel Embolo am rechten Flügel bereits die eine oder andere starke Aktion gezeigt und Gegenspieler Ben Harush überfordert hatte; nun aber für Janko ins Sturmzentrum rücken musste.

Sousa als Überraschungsgast

Unter den Augen von Paulo Sousa, mit einem Notizblock ausgerüstet auf der Tribüne, hatten die Basler ausgesprochen stilsicher begonnen. Sie hatten ruhig und geduldig kombiniert, aber nicht vergessen, plötzlich den Pass in die Tiefe zu spielen.

Sie hatten neben der Chance von Janko nach einem Freistosszuspiel von Luca Zuffi auch noch eine Möglichkeit durch Birkir Bjarnason, vor allem aber eine «Hundertprozentige», als Michael Lang nach einer Flanke von Safari frei zum Kopfball kam, das Ziel aber verfehlte.

Wer die Tore nicht macht, kriegt sie. Nachdem Hoegh erst den Ball verloren und dann ein völlig unnötiges Foul begangen hatte, schlug der frühere FCZler Rikan den Freistoss flach in den Basler Strafraum. Zahavi löste sich mit einem imponierenden Antritt von Lang und traf mit einigem Dusel aus dem Gewühl zum 1:0 (31.) für Maccabi.

Den Israeli war damit nach einem 0:1 und einem 0:3 ihr erstes Tor im St. Jakob-Park gelungen, der Jubel über das wichtige Auswärtstor entsprechend ausgelassen.

Geschockt waren die Basler nicht. Lang, wieder er, war Ausgangspunkt einer Torszene, schlug den Ball in den Sechzehner, wo Tal Ben Haim I zu spät gegen Matias Delgado kam, was der Argentinier danach beim Penalty gleich selbst mit dem 1:1 bestrafte. Dass dies an diesem Abend nicht zur grossen Wende führte, hatte viel mit dem Auftritt eines Schotten zu tun.

Basel - Maccabi Tel Aviv 2:2 (1:1)
15'620 Zuschauer. - SR Collum (Scho). - Tore: 31. Zahavi (Freistoss Rikan) 0:1. 39. Delgado (Penalty/Foul Ben Haim I an Delgado) 1:1. 88. Embolo (Elneny) 2:1. 96. Zahavi (Miha) 2:2.
Basel: Vaclik; Lang, Hoegh, Suchy, Safari (73. Degen); Elneny, Zuffi; Embolo, Delgado (68. Boëtius), Bjarnason; Janko (15. Gashi).
Maccabi Tel Aviv: Pablo; Shpungin, Ben Haim I, Tibi, Ben Harush; Alberman, Igiebor (71. Peretz); Ben Haim II, Zahavi, Rikan (89. Miha); Ben Basat (51. Mitrovic).
Bemerkungen: Basel ohne Xhaka (gesperrt), Kuzmanovic und Ivanov (beide verletzt). 12. Janko verletzt ausgeschieden. - Verwarnungen: 19. Elneny. 60. Suchy (beide Foul). 70. Igiebor (Spielverzögerung). 77. Alberman (Foul).

Lesen Sie den Verlauf der Partie im Live-Ticker nach:

ScribbeLive FC Basel - Maccabi Tel Aviv

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