Challenge League

An Halloween gibt es für den FC Wohlen Saures

Nicolas Bürgy kassiert in der 50. Minute den Platzverweis - es sollte der Knackpunkt der Partie werden.

Nicolas Bürgy kassiert in der 50. Minute den Platzverweis - es sollte der Knackpunkt der Partie werden.

Wie die Feuerwehr starteten die Freiämter in die Partie, 1:0 in der 1. Minute. Doch spätestens nach der fehlerhaften gelb-roten Karte gegen Bürgy bekam der FC Wil die Oberhand und nahm die 3 Punkte mit nach Hause.

Nicolas Bürgy verschwindet mit verständnisloser Miene, während Schiedsrichter Ovacharov noch immer in seiner Tasche nach dem roten Karton gräbt. Nach einem harmlosen Zweikampf sah sich der kleinlich ahndende Unparteiische zuvor gezwungen, den Innenverteidiger zu verwarnen. Dass es bereits die Zweite ist, bemerkt Ovacharov erst nach Intervention seines Assistenten. Es ist diese 50. Minute im Spiel zwischen Wohlen und Wil, die sich als Höhepunkt der Unübersichtlichkeit herausstellen wird. Gleichzeitig ist sie für den FC Wohlen nur eines: verheerend.

Denn bis zu diesem Schiedsrichter-Eingriff, den Coach Martin Rueda nach Spielschluss als lächerlich taxieren wird, ist es ein gelungener Abend für die Freiämter. Denn bereits in der ersten Spielminute darf Wohlens Speaker die Tormusik bedienen. Der nach einer Sperre zurückgekehrte Bujar Lika schmückt seinen Sprint über die rechte Aussenbahn mit einer butterweichen Flanke, die Michael Weber eiskalt verwertet.

Die frühe Führung bestätigt den FC Wohlen in seinem Vorhaben: Mit reichlich Tempo und einem aufsässigen Pressing sollen die gegnerischen Spielzüge im Keim erstickt werden. Doch die physisch stärkere und talentiertere Mannschaft aus Wil zeigt sich unbeeindruckt. In der 18. Minute egalisiert Dos Santos. Aus dem Nichts.

Unter dem Druck zerfallen

Was dann folgt, ist ein Tanz auf Messers Schneide. Sowohl die Freiämter als auch die Äbtestädter Offensivmaschinerie produziert sehenswerte Spielzüge. Nur die Wohler Tormusik, die bleibt stumm. Und sie wird es denn ganzen Abend auch bleiben. Denn ab dem «Knackpunkt», so ordnet Rueda Bürgys Platzverweis ein, erliegen die Gastgeber dem Gästedruck. In der 64. Minute fällt der logische Führungstreffer – und somit der letzte Wohler Widerstand. Yilmaz’ 3:1 wird neun Minuten später nur noch zur Randnotiz.

Auch, dass Wohlens jüngste Neuerwerbung, Deni Kadoic, in der 55. Minute als Bürgy-Ersatz sein Debüt im Freiämter Dress feiert, verkommt zur Nebensache. «Ein unglücklicher Abend für eine Premiere», meint der in der Basler Nachwuchsabteilung ausgebildete Kadoic nach Spielschluss. Auch Marijan Urtic hadert mit dem negativen Spielausgang: «Unser junges Team zahlt im Moment extrem viel Lehrgeld.» Nicht nur diese Erkenntnis beschäftigt auch Wohlens Chefstratege Rueda. Denn die Freiämter Personalsorgen werden immer grösser. Zu den bekannten Absenzen wird sich neben Bürgy möglicherweise auch Bujar Lika gesellen. Der Aussenläufer musste sich bereits in der 45. Minute auswechseln lassen – mit muskulären Problemen.

Dem 90-minütigen Wechselspiel zwischen Licht und Schatten bleibt der FC Wohlen somit auch gegen den Aufstiegskandidaten aus Wil treu. Auch wenn Fremdeinwirkungen am Ursprung der Schattenmomente stehen: Die Rueda-Elf muss sich in den letzten fünf Hinrundenpartien für den eigenen Aufwand belohnen. Sonst enden auch die künftigen Arbeitstage wie jener am gestrigen Halloweenabend: nämlich mit Saurem für den FC Wohlen.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Wohlen - Wil

Meistgesehen

Artboard 1