Challenge League

Der FC Wohlen steht vor einer brutalen Rückrunde

Zufrieden mit den Leistungen der Vorrunde: Wohlens Trainer Martin Rueda zusammen mit Captain Alain Schultz.

Zufrieden mit den Leistungen der Vorrunde: Wohlens Trainer Martin Rueda zusammen mit Captain Alain Schultz.

Zur Winterpause hat der FC Wohlen sein Soll erfüllt – auch dank eines ligaweit beneideten Mannschaftsteils. Dennoch stehen die Freiämter vor einer harten Rückrunde, wenn man bedenkt, wie nahe in der Challenge League alle Teams beisammen sind.

Martin Rueda, der beim FC Wohlen im Sommer das schwere Erbe von Ciriaco Sforza als neuer Trainer antreten durfte, wirkte zufrieden. Soeben hatten seine Schützlinge dem heimstarken FC Schaffhausen ein 1:1 abgerungen – trotz zehnminütiger Unterzahl. Der Kampfgeist, dem die Freiämter auch schon das Unentschieden im Derby gegen Aarau zu verdanken haben, war ein wichtiger Faktor, dass der FCW Weihnachten mit vier Punkten Vorsprung auf den Kantonsrivalen feiern darf. «Die Mannschaft hat einen unglaublichen Aufwand betrieben und sehr starken Charakter gezeigt», sagte Rueda.

Mario Bühler, Alban Pnishi, Kevin Pezzoni, Simone Rapp, Roman Buess und Mergim Brahimi: Was klingt wie die Hälfte eines All-Star-Teams der Challenge League, sind nur ein Teil der Abgänge, die Rueda in diesem Sommer kompensieren musste. Verständlich, dass das Team «mühsam aus den Startlöchern kam», wie Captain Alain Schultz bilanzierte. Kein Wunder, wurde dem FCW von nahezu allen Experten eine schwierige Spielzeit prognostiziert. So gesehen sind die 22 Punkte und der 6. Tabellenplatz eine positive Überraschung.

Ein Grund dafür ist, neben der teilweise sehr starken Torhüterleistungen des Duos Joel Kiassumbua und zuletzt Flamur Tahiraj, insbesondere die überragende Doppelsechs mit Joel Geissmann und Simon Grether. Pendelten beide in der Vorsaison im Schatten Kevin Pezzonis zwischen Mitläufer und Ergänzungsspieler, bildeten sie in der aktuellen Ausgabe eines des besten Mittelfeldduos der Challenge League. «Das Duo ist gereift, sie sind wirklich gut geworden», bemerkte Rueda in seiner gewohnt nüchternen Art.

Martin Ruedas Warnung

Angesichts der ausgeglichenen Liga ist Rueda jedoch weit davon entfernt, sich in falscher Sicherheit zu wähnen, im Gegenteil: «Es bleibt eine schwierige Saison, nur schon wenn man sieht, wie nah die Teams beisammen sind. Das wird eine brutale Rückrunde.» Tatsächlich: Auf den drittplatzierten FC Winterthur hat Wohlen drei Punkte Rückstand, aber auch Schlusslicht Aarau ist bei weitem noch nicht definitiv abgehängt.

Schultz bemängelte in dieser Saison mehrmals, dass er und seine Kollegen im Abschluss kaltschnäuziger werden müssen: «Dann hätten wir sicher sechs Punkte mehr auf dem Konto.» Punkto Effizienz sieht auch Rueda das grösste Manko seines Teams: «Wir vergeben zu viele Torchancen, da müssen wir einen Weg finden, um das noch besser zu trainieren.» Zwar bemängelte er zudem, dass sein Team zu viele unnötige Gegentore kassierte – er wäre aber auch einer der einzige Trainer, der das nicht tun würde.

Bevor die Spieler in die wohl verdienten Weihnachtsferien fahren durften, fanden gestern noch «Qualifikationsgespräche», wie sie der Coach nannte, statt. «Dabei wurden Fragen geklärt, wie die Spieler die Trainings empfinden und was wir noch verbessern müssen», erklärte Rueda, und schob sofort nach: «Die vertragliche Situation ist in diesen Gesprächen kein Thema.» So zeichnen sich zum jetzigen Zeitpunkt gemäss des 52-Jährigen weder Abgänge noch Zuzüge ab. Doch der Winter ist bekanntlich lang. Oder wie Rueda es ausdrückt: «Wir werden dann sehen, ob es noch einen Abgang gibt oder ob wir noch etwas auf dem Transfermarkt machen können.»

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