FC Wohlen

Vor einem Jahr noch Leader: Wohlen will die rote Laterne abgeben

Wohlens Trainer Martin Rueda freut sich auf das Heimspiel gegen Schaffhausen.

Wohlens Trainer Martin Rueda freut sich auf das Heimspiel gegen Schaffhausen.

Der FC Wohlen trifft heute zuhause auf Schaffhausen. Das Team von Martin Rueda will an die gute Leistung auswärts in Lausanne anknüpfen. Nur heute sollen die Freiämter auch mit Punkten belohnt werden.

Sieben Spiele, 17 Punkte und Tabellenführer der Challenge League. Der FC Wohlen schwebt im siebten Himmel. FCW-Trainer Ciriaco Sforza resümiert nach sieben Spieltagen: «Wir haben eine reife, freche Mannschaft, die Freude bereitet.» Bereits werden erste Diskussionen geführt, ob die Freiämter die Bedingungen für die Super League erfüllen würden.

Ein Jahr später ist die Gefühlslage bei den Wohlern eine ganz andere. Nach sieben Spielen steht man mit mickrigen sechs Pünktchen am Tabellenende. Der letztjährige Höhenflug ist längst vergessen.

Vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Schaffhausen schockte nun auch noch Wohlens Präsident Lucien Tschachtli mit Aussagen im «Wohler Anzeiger» die Fans: «Den FC Wohlen in der Spitze der Challenge League zu etablieren, ist betriebswirtschaftlich nicht umsetzbar. Nicht machbar. Nach wie vor gilt: Quo vadis, Spitzenfussball in Wohlen?»

Wer ersetzt Brahimi?

Des Schreckens nicht genug? Am vergangenen Dienstag wurde auch noch der Abgang von Offensivspieler Mergim Brahimi bekannt gegeben. Der 23-Jährige wechselt zu seinem Stammklub GC zurück und spielt fortan in der Super League.

Für die Freiämter ein Genickschlag, hat doch Brahimi während seines Engagements für Wohlen 17 Tore in 55 Pflichtspielen erzielt. «Ein herber Verlust. Mit dem Abgang von Mergim haben wir viel an Qualität verloren», gibt auch Trainer Martin Rueda zu.

Kein Geld für einen Ersatzmann

Immerhin erhielten die gebeutelten Wohler Jordan Brown (23) von den Grasshoppers. Der deutsch-jamaikanische Mittelfeldspieler hatte aber seit fast einem Jahr keine Pflichtspieleinsätze mehr. «Wir wollen ihm die Zeit geben, die er benötigt. Wenn die Spielberechtigung von der Liga rechtzeitig eintrifft, reicht es vielleicht für einen Teileinsatz gegen Schaffhausen», sagt Rueda.

Ein Brahimi-Ersatz ist Brown aber nicht, ist er doch auf dem Flügel angesiedelt und nicht auf der 10er-Position. Für die klammen Freiämter wird es schwer werden, noch einen passenden Ersatz zu finden. «Wir können höchstens noch einen jungen Spieler ausleihen», erzählt Rueda.

Turnaround wieder gegen Schaffhausen

Brahimi hätten die Freiämter in der aktuellen Situation gut gebrauchen können. Denn der FC Wohlen steht seit dem 15. März 2014 erstmals wieder am Tabellenende der Challenge League. Damals gelang dem FCW mit einem 1:0-Sieg gegen Schaffhausen auf der heimischen Niedermatten der Befreiungsschlag.

Auch heute empfängt man wieder Schaffhausen. «Der Blick auf die Tabelle macht zurzeit natürlich keinen Spass», sagt Alain Schultz, «aber es ist noch früh in der Saison und mit einem Sieg können wir wieder ins Mittelfeld vorstossen.»

Schusstechnik trainiert

In der zweiwöchigen Nati-Pause hatte das Team von Rueda genügend Zeit, sich bestens auf die Partie gegen den Tabellenfünften vorzubereiten. Es wurde viel im physischen Bereich gearbeitet. Aber auch die eklatante Abschlussschwäche wurde angesprochen. «In Lausanne (0:2-Niederlage, Anmerkung die Red.) vergaben wir unzählige Torchancen. Darum haben wir in den letzten zwei Wochen an der Schusstechnik gefeilt», sagt Rueda.

Aber nicht nur die Offensivabteilung muss sich steigern. Auch defensiv sollen die Freiämter stabiler auftreten. «Wir müssen zu Hause auch einmal zu null spielen. Dann reicht schon ein Tor zum Sieg.», gibt Rueda zu bedenken. Auch für den Captain Alain Schultz zählt heute nur das Resultat. «Es muss kein Spektakel geboten werden. Hauptsache wir fahren die drei Punkte ein.»

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