Drei Auswärtssiege und zwei Heimniederlagen: Die Bilanz des FC Wohlen nach fünf Spielen der Rückrunde ist zwiespältig. Nach den zwei Pleiten vor eigenem Publikum gegen den FC Biel (1:2) und Schaffhausen (0:2) innert fünf Tagen drängt sich vor allem eine Frage auf: Hat der FC Wohlen einen Heimkomplex? Wer das Spiel der Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza gesehen hat, muss diese Frage mit Ja beantworten.

Mario Bühler war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff jedenfalls ins Gesicht geschrieben. „Das war definitiv nicht unser Abend“, sagte der Innenverteidiger. „Momentan läuft zuhause alles gegen uns. Das dumme Gegentor gleich nach der Pause hat uns aus der Bahn geworfen. Am nächsten Samstag gegen Chiasso müssen wir das Glück auf unsere Seite zwingen.“

0:2 hin, 0:2 her; die Freunde des gepflegten Fussballs kamen im Stadion Niedermatten vor nur 925 Zuschauern nicht auf ihre Rechnung. Natürlich hängt das auch mit den schwierigen Terrainverhältnissen zusammen. Aber nicht in erster Linie: Der FC Wohlen tat sich mit der aufsässigen Spielweise von Schaffhausen schwer. Sehr schwer sogar. Von Rasse, Klasse, Tempo und Aggressivität war nichts, aber auch gar nichts sehen.

Mergim Brahimi vergab für die Freiämter nach 23 Minuten die einzige gute Chance der ersten Halbzeit. Sforzas Team hätte sich kurz vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Urs Schnyder nicht einmal beklagen können, wenn es in Rückstand geraten wäre. Mirko Facchinetti verpasste den Führungstreffer für die Nordostschweizer mit einem Abschlussversuch aus fünf Metern um Haaresbreite.

Klägliche Chancenauswertung

Das 1:0 für die Mannschaft von Trainer Maurizio Jacobacci fiel dann aber doch. Der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Faruk Gül nützte nach einem Freistoss von Arben Buqai eine Unaufmerksamkeit der Wohler Abwehr kaltblütig aus und traf aus kurzer Distanz in die Maschen.

Der FC Schaffhausen führte 1:0 – und diese Führung entsprach absolut dem Spielverlauf. Jacobacchis Team verdiente sich den Vorsprung mit einer kämpferisch tadellosen Leistung. Der FC Wohlen legte nach dem Rückstand zwar einen Zacken zu, aber hochkarätige Möglichkeiten waren Mangelware. Alain Schultz hatte den Ausgleichstreffer nach knapp einer Stunde auf dem Fuss, scheiterte aber um Haaresbreite.

In der Schlussphase versuchte Sforza mit einem Doppelwechsel mehr Schwung in die Angriffsmaschinerie zu bringen. Claudio Holenstein und Simone Rapp kamen für Brahimi und Samir Ramizi. Statt 1:1 hiess es nach 74 Minuten aber 0:2.

Buqai bezwang Joel Kiassumbua mit einem Freistoss aus 15 Metern. Nun war der Mist geführt. Zwar lag der Anschlusstreffer der Freiämter mehrmals in der Luft, aber wer solch klare Chancen wie Rapp in der 90. Minute vergibt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn er nicht mal einen Treffer erzielt.

Wohlen - Schaffhausen 0:2 (0:0). – 925 Zuschauer. – SR Schnyder. – Tore: 48. Gül 0:1. 73. Buqaj 0:2.

Den Liveticker zum Nachlesen gibts hier:

Liveticker FC Wohlen - FC Schaffhausen