FC Wohlen

Wohlens Hexer Tahiraj muss wieder auf die Ersatzbank

Goalie Flamur Tahiraj und Jordan Brown retten gegen Daniele Romano.

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Flamur Tahiraj hält gegen Aarau überragend. Trotzdem ist der Torhüter des FC Wohlen im nächsten Spiel nur Ersatz. Trainer Martin Rueda will wieder Stammgoalie Joël Kiassumbua den Vortritt lassen.

Martin Rueda überlässt nichts dem Zufall. Schon gar nicht, was die Rollenverteilung der beiden Torhüter Joël Kiassumbua und Flamur Tahiraj betrifft. Kiassumbua ist die Nummer eins, Tahiraj ist die Nummer zwei.

Weil sich Tahiraj während der vergangenen Monate trotz der ungeliebten Reservistenrolle absolut professionell verhalten hat, kam Rueda auf seinen Entscheid zurück. «Ich habe Tahiraj vor den Heimspielen gegen den FC Winterthur und Aarau versprochen, dass er zweimal spielen darf», sagt er. «Das war kein Entscheid gegen Kiassumbua, sondern eine Belohnung für die starken Trainingsleistungen von Tahiraj.»

FC Wohlen - FC Aarau 0:0 (29.11.2015) Stimmen zum Spiel: Interviews mit Marco Thaler und Cheftrainer Marco Schällibaum

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«Nur ein Teil der Mannschaft»

Und wer spielt nun am kommenden Sonntag im letzten Vorrundenspiel in Schaffhausen? Rueda zögert keine Sekunde. «Jetzt ist Kiassumbua wieder an der Reihe.» Wie bitte, Martin Rueda? Muss der Mann, der gegen den FC Aarau fünf mirakulöse Paraden gezeigt hat, tatsächlich auf die Ersatzbank? «Das muss er, ja», spricht Rueda Klartext. «Mein Entscheid steht fest. Das ist so abgemacht. Nun ist die Reihe wieder an Kiassumbua.»

Verrückt! Da hext sich Tahiraj zum Mann des Spiels, da hält Tahiraj seinen Kasten trotz sechs Topchancen der Aarauer rein, da bleibt Tahiraj trotz Dauerdruck des Gegners in der zweiten Halbzeit fehlerlos – und dann muss er quasi zur Belohnung wieder auf die Ersatzbank. Unglaublich! «Nein», sagt Tahiraj selbst. «Ich muss diesen Entscheid des Trainers akzeptieren. Es gibt keinen Grund, mich dagegen zu wehren. Schliesslich bin ich nur ein Teil der Mannschaft.»

Mit einem Punkt gut bedient

Tahiraj also muss in Schaffhausen trotz Bestnote wieder die Ersatzbank drücken. Diese bittere Pille war nach dem Derby allerdings zweitrangig. Der FC Wohlen fühlte sich nach der Nullnummer gegen den Kantonsrivalen wie ein Sieger.

So sah es auch der Trainer. «Nach dem meiner Ansicht nach zu harten Platzverweis gegen Urtic zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es für uns wirklich nur noch darum, das 0:0 über die Zeit zu bringen», erklärte Rueda während seiner Spielanalyse. «Der Punktgewinn ist mit Abstand das Erfreulichste des Spiels. Wir agierten von Beginn an viel zu hektisch. Das hat einerseits mit der grossen Nervosität, andererseits mit der Unerfahrenheit zu tun. Viele Spieler wollten es zu gut machen.»

FC Wohlen – FC Aarau: Kantonsrivalen im Derby

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Weiterhin ohne Derby-Sieg

Tatsächlich kam der FC Wohlen im zehnten Challenge-League-Derby gegen Aarau nicht so richtig auf Touren. Die besten Chancen hatten Samir Ramizi vor und Nico Abegglen nach der Pause. Kreativstes Element war – wen wunderts – Captain Alain Schultz. Gute Ansätze zeigte auch Flügelstürmer Nico Abegglen.

Der Rest war Mittelmass. Biederes Mittelmass. Das gilt auch für den vom FC Aarau vor Jahren ausgemusterten Joël Geissmann. Rueda bezeichnete den 22-jährigen Mittelfeldspieler zuletzt als Seele des Teams. Von Seele war nicht viel zu sehen. Geissmann war wohl übermotiviert. Er begann zwar stark, baute dann aber auch stark ab.

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