Covid-19
Kein Piks? Kein Zutritt! – Immer mehr Länder erlassen eine Impfpflicht

New York City ist das jüngste Beispiel. Aber auch in Europa und Asien wird durchgegriffen. Fast täglich erlassen neue Länder und Städte eine Impfpflicht.

Samuel Schumacher
Drucken
Teilen
In New York City gibt es 100 Dollar als Belohnung für die Impfung – und Zutritt zu Restaurants.

In New York City gibt es 100 Dollar als Belohnung für die Impfung – und Zutritt zu Restaurants.

Mark Lennihan / AP

New York City will wieder zur Stadt werden, die niemals schläft. Doch die Delta-Mutante macht auch im «Big Apple» ihre gefährlichen Runden und bringt die öffnungswilligen New Yorker in die Bredouille. Deshalb setzt Bürgermeister Bill de Blasio jetzt auf den bislang radikalsten Schritt seit Ende des Lockdowns: Zukünftig dürfen nur noch geimpfte Personen ein Restaurant betreten, ins Kino oder ins Konzert gehen. Ein negativer Test reicht nicht mehr aus. Ohne Impfung kein Zutritt. «New York ist ein fantastischer Ort voller Wunder. Wenn Sie geimpft sind, dann wird Ihnen das alles offenstehen. Wenn nicht, dann werden Sie an vielen Dingen nicht teilnehmen können», mahnte der Demokrat diese Woche.

New York ist die erste amerikanische Stadt, die eine Impfpflicht für alle Ausgangs-Willigen verhängt. US-Präsident Joe Biden findet den Schritt vorbildlich und wünscht sich, dass weitere Städte dem Vorbild folgen. Mehrere US-Firmen, darunter der IT-Gigant Microsoft, verlangen von Angestellten und Kunden bereits ein Impfzertifikat, um Zutritt zu ihren Räumlichkeiten zu erhalten. Doch die USA sind nicht das einzige Land, in dem Ungeimpften die Türe vor der Nase zugeschlagen wird.

Nicht nur in Frankreich gilt Impfpflicht für Ärzte

Im Land der «liberté» laufen seit drei Wochen Hunderttausende Sturm gegen die von Präsident Emmanuel Macron angeordnete Impfpflicht für das Gesundheitspersonal. Ohne Impfnachweis droht auch den Ärztinnen und Pflegefachkräften in Italien, Griechenland und Ungarn ein Lohnausfall oder gar die Kündigung.

Griechenland und Malta: Nur Geimpfte in den Restaurants

Wer sich in Griechenland in den Innenbereich eines Restaurants setzen will, braucht seit Mitte Juli einen Impfnachweis. Dasselbe gilt für zahlreiche Kulturveranstaltungen und natürlich für den Besuch von Bars. Ganz so genau schauen die Griechen laut Erzählungen von Urlaubsrückkehrern zwar nicht hin. Mindestens in der Theorie aber ist das Ferienland für Ungeimpfte eine faktische No-Go-Zone.

Die weitgehend selben Regeln hat auch die Mittelmeer-Urlaubsinsel Malta verhängt. Einreisen darf nur noch, wer doppelt geimpft ist. Ein negativer Test oder ein Genesungs-Zertifikat reicht nicht aus.

Indonesien und Turkmenistan verfügen radikale Massnahme

Noch weiter gehen die beiden ungleichen Staaten Indonesien und Turkmenistan. Die turkmenische Regierung hat der gesamten erwachsenen Bevölkerung über 18 eine generelle Impfpflicht verordnet, obwohl das Virus laut den Behörden noch gar nicht im Land angekommen sei. Auch in der 270-Millionen-Nation Indonesien, einem der am schwersten von der vierten Welle getroffenen Länder der Welt, gilt die generelle Impfpflicht für alle Erwachsenen.

Busfahren: In Saudi-Arabien nur noch für Immunisierte

Das saudische Königreich macht ernst. Bis im Juni 2018 durften Frauen nicht am Steuer sitzen. Ab sofort dürfen Ungeimpfte nicht mehr mit dem ÖV fahren. Auch zur Arbeit erscheinen können die saudischen Angestellten nur noch, wenn sie eine abgeschlossene Immunisierung mit einem der zugelassenen Impfstoffe vorweisen können. Bereits für die alljährliche Wallfahrt muslimischer Gläubiger in die saudische Stadt Mekka im Juli, dem Hadsch, war ein Impfnachweis nötig.

Aktuelle Nachrichten