Covid-Impfung
Dänemark impft auch jüngere Menschen weiterhin mit Moderna

Dänemark gilt als Vorzeigestaat, weil dort inzwischen dank hoher Impfquote wieder viel Normalität herrscht. Aufsehen erregte deshalb, als es hiess, Dänemark impfe kein Moderna mehr an Junge. Stimmt nicht.

Bruno Knellwolf
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Touristen radeln durch Kopenhagen. Dank hoher Impfquote ist die Normalität wieder nahe.

Touristen radeln durch Kopenhagen. Dank hoher Impfquote ist die Normalität wieder nahe.

Unsplash

Dänemark wird oft als Vorzeigestaat in der Pandemie-Bekämpfung genannt, weil dort der Weg in die Normalität weit beschritten ist. Möglich ist das, weil knapp über 75 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt geimpft ist. Das ist eine Impfquote, die nach Aussage der Chefin der Covid-19-Taskforce Tanja Stadler reicht, um eine Herbstwelle mit dem Delta-Virus zu verhindern.

Deshalb hat es Aufsehen erregt als Rahel Blocher in dieser Zeitung Dänemark erwähnt hat, das wie andere skandinavische Länder die Abgabe der Moderna-Impfung an junge Menschen vorläufig ausgesetzt habe. In den Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde das ebenfalls so kommuniziert und auch Swissmedic hat in seiner Reaktion auf die Moderna-Aussetzung in Skandinavien Dänemark erwähnt.

Der Corona-Impfstoff von Moderna.

Der Corona-Impfstoff von Moderna.

David Zalubowski / AP

Unser Skandinavien-Korrespondent Niels Anner erklärt nun aber, dass Dänemark weiterhin Moderna impft. Verwirrung hergestellt hat die dänische Gesundheitsbehörde mit einer unklaren Pressemitteilung, welche die dänischen Medien übernommen haben. Später hat die Behörde sich berichtigt, nachgelegt und präzisiert, dass sie weiterhin auch 12- bis 17-jährige mit Moderna impft.

Eine noch ungeprüfte Studie

Auch in Dänemark war die Diskussion aufgeflammt, weil noch nicht geprüfte Daten einer skandinavischen Studie auf ein erhöhtes Risiko an Herzmuskelentzündungen hinwiesen. Das Norwegische Institut für Public Health empfahl darauf, Moderna nicht mehr an unter 18-jährige zu verimpfen und hielt unter 30-jährige Männer an, vorsichtshalber vorläufig Biontech/Pfizer zu spritzen. Die selbe Anweisung erfolgte auch in Schweden.

Die dänische Regierung präzisierte dagegen, dass sie in den eigenen Daten aus Dänemark kein erhöhtes Risiko sieht. Somit deckt sich die Haltung mit jener in der Schweiz, die aufgrund der wenigen Meldungen von Herzmuskelentzündungen und des milden Verlaufs keinen Handlungsbedarf sieht.

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