Deutschland
Deutsche Bahn: Lokführer streiken trotz Angebot – Einschränkungen bis Dienstag möglich

Arbeitskampf trotz Angebot: Eine offizielle Antwort der Lokführergewerkschaft GDL auf die neue Offerte der Deutschen Bahn gab es in der Nacht nicht. So bleibt es vorerst bei den Plänen für den dritten und bisher längsten Ausstand in dem laufenden Tarifkonflikt.

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Am Berliner Hauptbahnhof lagen bereits am 11. August die Züge still.

Am Berliner Hauptbahnhof lagen bereits am 11. August die Züge still.

Keystone

Die Lokführergewerkschaft GDL hat trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn ihren Streik im Personenverkehr wie geplant gestartet. Bis in die frühen Morgenstunden blieb eine offizielle Antwort der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf den Vorstoss aus der Bahn-Zentrale aus. Der Arbeitskampf im Personenverkehr sei wie geplant um 2.00 Uhr angelaufen, teilte die Streikleitung der Gewerkschaft auf Anfrage am Donnerstag mit. Weitere Angaben zum Fortgang des inzwischen dritten Ausstandes innerhalb weniger Wochen machte die GDL zunächst nicht.

Sollte es in dem Tarifkonflikt weiter keine Bewegung geben, müssen sich Bahnkunden bis kommende Woche Dienstag auf weitgehende Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn einstellen. Der Konzern hatte angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr sollen rund 40 Prozent des üblichen Angebots bereitstehen. Im Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag gestreikt. Die GDL plant den bisher längsten Arbeitskampf im laufenden Tarifkonflikt.

Unverständnis vonseiten der Arbeitgeberin DB

Kurz nach Beginn des Arbeitskampfes im Güterverkehr hatte die Deutsche Bahn ein neues Angebot vorgelegt. Es enthielt eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und sieht eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten vor, wie der Staatskonzern mitteilte. Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hiess es.

Eine Corona-Prämie von 600 Euro gehörte zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft. Bei der Laufzeit will die GDL indes nicht über 28 Monate hinaus gehen. Ausserdem soll die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent bereits für das laufende Jahr ausgezahlt werden. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte zu dem neuen Angebot:

«Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik.»

Die GDL müsse ihre «Blockadehaltung» aufgeben und an den Verhandlungstisch kommen. Das zeichnet sich vorerst nicht ab.

Nach bisherigen Plänen der GDL soll der Ausstand bis Dienstagmorgen dauern. Ob die GDL aufgrund des Angebots den Streik zumindest verkürzt, war in der Nacht weiter offen. Die letzte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten ist bereits fast drei Monate her. (dpa)

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