Stade de France
Ein Knall in der 20. Spielminute – deutsche Nati übernachtet im Stadion

70'000 Zuschauer im Stade de France und Millionen von TV-Zuschauern erlebten mit, wie es während des Testspiels Frankreich gegen Deutschland plötzlich laut knallte. Erst im Verlaufe der zweiten Halbzeit drang durch, was wirklich passiert ist.

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Das Spielfeld wird geöffnet für die Fans, um Panik zu vermeiden.
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François Hollande und Walter Steinmeier im Stade de France. In der ersten Halbzeit ahnten die beiden Staatsmänner noch nichts von den Attentaten.
Hollande informiert sich im Stadion über die Ereignisse in der Stadt.
Keine Panik, aber Aufregung nach dem Spiel: Die Nachrichten über die Attentate dringen langsam durch.
Ratlosigkeit, Schrecken: Die Zuschauer nach Spielschluss im Stadion.
Die Fans können es noch kaum fassen, was draussen vor dem Stadion passiert sein soll.
Stade de France.
Fans zwischen Schock und Ungläubigkeit: Was war da während des Spiels vor dem Stadion wirklich passiert?
Stade de France während Attentat
Das Stade de France nach Spielschluss.
Sprachlosigkeit. Fussballfans nach dem Spiel, als bekannt wurde, dass der Knall eine Bombe war.

Das Spielfeld wird geöffnet für die Fans, um Panik zu vermeiden.

Keystone

Es stand 0:0 und kaum jemand dachte an etwas ganz Schlimmes, als nach 20 Minuten ein lauter Knall durchs Stadion drang. Auch am Bildschirm zu Hause war der Knall deutlich zu hören. Hooligans, ein Böller - waren die ersten Gedanken vieler. Das Spiel lief normal weiter, auch wenn sogar der Boden kurz bebte, wie deutsche TV-Kommentatoren nach dem Spiel sagten.

Die Franzosen gingen kurz vor dem Pausenpfiff gegen Deutschland in Führung. Jubel im Stadion. In der Pause selber dann aber erste Anzeichen, dass hier etwas Aussergewöhnliches passiert sein musste. Die Ehrentribüne begann sich zu leeren. Frankreichs Präsident François Hollande, der von dort die erste Halbzeit verfolgte, verliess das Stadion. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verfolgte die Partie dagegen noch weiter bis zum Ende, wie "Spiegel Online" berichtet.

In der zweiten Halbzeit schiesst Frankreich das 2:0. Während die meisten Fans nichtsahnend jubelten, begannen sich erste Twitter-Nachrichten über die Attentate zu verbreiten.

Die Sicherheitsleute entschieden, das Spiel weiterlaufen zu lassen. Das Stadion wurde abgeriegelt. Im Stadion, so die Überlegung, waren die Zuschauer sicherer als draussen. Erst nach dem Schlusspfiff verbreitete sich die Schock-Nachricht wie ein Lauffeuer unter den Zuschauern. Die meisten informierten sich via Smartphone über das Blutbad, dass ausserhalb des Stadions angerichtet wurde.

Das Spielfeld wurde für die Zuschauer geöffnet, wohl um Panik zu vermeiden.

"Wir sind alle erschüttert und schockiert", sagte Löw am Abend in der ARD. Über das Spiel gab es aus seiner Sicht "nichts zu sagen". Erst langsam wurde ihm und den Spielern bewusst, wie nahe auch sie dran waren an dieser Katastrophe. Drei Menschen wurden bei Explosionen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion in St. Denis getötet; von der Gegentribüne aus soll der Tatort Augenzeugen zufolge sogar zu sehen gewesen sein.

Bombendrohung gegen deutsche Nati

Die deutsche Mannschaft blieb aufgrund der Sicherheitslage bis zum Morgen im Stadion, ehe die Abreise organisiert werden konnte.

Im Teamhotel der deutschen Fussballer ging bereits am Freitagnachmittag eine Bombendrohung ein. Die Profis mussten das Hotel vorübergehend verlassen. Dass es am Abend zur Attentatserie mit über 150 Toten kommen sollte, konnte da noch niemand ahnen. (roc)

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