Gaza-Konflikt
Deutschlands Aussenminister sichert Israel vor Ort Solidarität zu – Appell für Waffenruhe

Bundesaussenminister Heiko Maas hat Israel zum Auftakt eines Kurzbesuchs Solidarität zugesichert und gleichzeitig auf eine Waffenruhe im Konflikt mit der islamistischen Hamas gedrungen.

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Der deutsche Aussenminister Heiko Maas (rechts) und sein israelischer Amtskollege Gabi Ashkenazi (mitte) in einem von Raketen beschädigten Haus.

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas (rechts) und sein israelischer Amtskollege Gabi Ashkenazi (mitte) in einem von Raketen beschädigten Haus.

Abir Sultan

Bei einem Treffen mit Aussenminister Gabi Aschkenasi auf dem internationalen Flughafen bei Tel Aviv sagte er am Donnerstag: «Die Tatsache, dass wir sehen, dass die Hamas, seitdem wir hier in Tel Aviv angekommen sind, bereits wieder Raketen in den Süden Israels schiesst, ist für uns ein Hinweis darauf, wie ernst die Situation ist, in der sich die Menschen in Israel befinden.»

Maas betonte, Israel habe «das Recht, sich gegen solche massiven Angriffe zu verteidigen». Es müsse in der Lage sein, seine Bürger zu schützen, «solange es Staaten und Regierungen in dieser Region gibt, die Israel mit Vernichtung drohen». Deutschland werde dazu auch in Zukunft «Beiträge leisten». Aschkenasi sagte zu seinem deutschen Gast: «Ich danke ihm, dass er uns besucht in dieser Zeit, in einer Zeit, wo Raketen fallen.» Den Beschuss durch die Hamas könne kein Staat akzeptieren. «Israel muss sich und seine Bürger schützen.»

Maas verwies auf das Leid der Menschen auf beiden Seiten. «Die Opferzahlen steigen täglich. Auch das macht uns grosse Sorgen, und deshalb unterstützen wir die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand.» Im Bemühen um eine Beruhigung sei er fast ständig mit Aschkenasi in Kontakt. «Aber auch mit den Kollegen in Kairo, Amman, Doha und Washington. Ich hoffe, dass die Bemühungen für einen Waffenstillstand auch erfolgreich sein werden.»

Maas will auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Benny Gantz und Präsident Reuven Rivlin treffen. In den Palästinensergebieten steht ein Gespräch mit Präsident Mahmud Abbas auf dem Programm. Die massiven Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen hatten am 10. Mai begonnen. Darauf reagierte Israel mit Bombardements von Zielen in dem von der islamistischen Hamas beherrschten Palästinensergebiet.

dpa

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