Flugverkehr
Handgepäck soll kleiner werden – müssen wir bald kleinere Koffer kaufen?

Der internationale Branchenverband der Luftfahrt (Iata) schlägt vor, die Maximalgrösse des Handgepäcks zu verkleinern. Bisher gab es je nach Airline verschiedene Maximalgrössen. Die sollen nun einheitlich werden.

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Wird die neue Maximalgrösse beim Handgepäck von den Fluggesellschaften übernommen, werden sich viele Passagiere ein neues Köfferchen kaufen müssen. Der internationale Luftfahrtverband Iata will eine einheitliche Koffergrösse fürs Handgepäck durchsetzen. Bisher war dieser je nach Fluggesellschaft unterschiedlich. Die Koffer sollen neu maximal 55 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 20 Zentimeter tief sein. Swiss erlaubt bisher eine Maximalgrösse von 55/40/23.

Für die Einführung einer einheitlichen Grösse gibt es einen wirtschaftlichen und einen pragmatischen Grund: Bei den Billigairlines müssen Passagiere für Aufgabegepäck zusätzlich zahlen, bei den herkömmlichen Airlines bisher nicht. Mit kleinerem Handgepäck sähen sich wohl viele Kurzurlauber ebenfalls gezwungen, ein Aufgabegepäck hinzuzukaufen. Das bringt den Fluggesellschaften Mehreinnahmen. Swiss führt diesen Sommer etwa einen Economy-Tarif ein, bei dem Zusatzgepäck extra kostet. Zum anderen soll dank des kleineren Volumens sicher jeder Passagier genügend Platz für sein Handgepäck haben.

Bisher ist nicht klar, welche Airline die Empfehlung der Iata übernehmen wird und wann sie in Kraft tritt. Gewisse Fluggesellschaften haben aber angekündigt, die neuen Masse bald einführen zu wollen.

Ob und wann die Swiss die neuen Bestimmungen übernehmen will, ist ebenfalls unklar. Dass die Lufthansa-Tochter mitzieht, wenn ihr Mutterhaus die Regeln einführt, ist absehbar. "Swiss begrüsst die Initiative, die Masse von Handgepäck industrieweit zu standardisieren", schreibt Blick.ch.

Die Konsumentenschützerin Sara Stalder hält mit Kritik nicht zurück: Sie findet die Airlines "arrogant", wie sie gegenüber Blick.ch erklärt. "Das ist ganz klar ein Leistungsabbau." Diese Bestimmung würde nur dazu dienen, die Gewinne der Airlines zu erhöhen. Sie fordert, dass eine Wettbewerbsbehörde die neue Empfehlung untersucht. (fam)

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