TV-Auftritt
Jetzt «streichelt» das Flüchtlings-Mädchen Reem die Kanzlerin Merkel

Wegen eines weinenden Flüchtlingsmädchens und der unpassenden Reaktion von Angela Merkel ging im Internet ein Sturm der Entrüstung los. Doch nun äussert sich die 14-Jährige selbst und nimmt die Kanzlerin in Schutz.

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Angela Merkel und das weinende Flüchtlingsmädchen, das Angst davor hat, nicht in Deutschland bleiben zu können.

Angela Merkel und das weinende Flüchtlingsmädchen, das Angst davor hat, nicht in Deutschland bleiben zu können.

Youtube/NDR

Das Video des NDR hat für einigen Wirbel gesorgt im Internet. Es zeigte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei einem Bürgerdialog in Rostock im Gespräch mit dem Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil, einer 14-jährigen Palästinenserin, die mit ihrer Familie aus dem Libanon flüchtete und seit vier Jahren in Deutschland lebt. Ihr Aufenthaltsstatus ist ungeklärt.

Reem erzählte von ihren Zielen und ihrer Hoffnung und fragte Merkel, ob sie in Deutschland bleiben könne. «Politik ist manchmal hart», antwortete die Kanzlerin. «Es werden manche wieder zurückgehen müssen.»

Als dem Mädchen dann die Tränen kamen, ging Merkel zu ihr, streichelte ihm über den Kopf, sagte: «Du hast das doch prima gemacht.» Daraufhin tobte ein Shitstorm auf Twitter unter dem Hashtag #merkelstreichelt. Die Kanzlerin wurde als herzlos beschimpft.

Später zeigte sich, dass der NDR die volle Sendung für einen Beitrag in der Sendung Panorama unvorteilhaft für die Kanzlerin geschnitten hatte und sie via Youtube veröffentlichte. Dreieinhalb Minuten fehlen.

Und das Mädchen muss wohl nicht befürchten, abgeschoben zu werden. Eine neue Regelung sieht nämlich vor, dass jugendliche Flüchtlinge, die in Deutschland eine Schule besuchen, nach vier Jahren ein Bleiberecht erhalten sollen.

Nach dem Sturm der Entrüstung hat sich Reem nun selbst zu Merkel geäussert. «Sie hat zugehört und hat ihre Meinung dazu gesagt, und das finde ich auch in Ordnung», sagte sie im ARD-Morgenmagazin.

Die Enttäuschung ist allerdings nicht zu überhören, wenn sie sagt: «Ich werde mich jetzt erstmal damit abfinden und hoffen, dass das was bringt.» (pz)

Lesen Sie hier eine kleine Auswahl an Twitter-Reaktionen zum Hashtag #merkelstreichelt nach:

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