KOMMENTAR
Na bravo, Wladimir Putin! Der Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens ist sein Werk

Mit Finnland gewinnt die Verteidigungsallianz ein starkes Mitglied hinzu. Russland erreicht genau das Gegenteil von dem was es wollte. Und Europa wird sicherer.

Remo Hess, Brüssel
Remo Hess, Brüssel
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Für einen Nato-Beitritt ohne Verzögerung: Finnlands Premierministerin Sanna Marin.

Für einen Nato-Beitritt ohne Verzögerung: Finnlands Premierministerin Sanna Marin.

Keystone

Na bravo, Wladimir Putin! Der russische Präsident wollte die Nato von seinen Grenzen vertreiben. Erreicht hat er genau das Gegenteil. Nach 80 Jahren Neutralität wird Finnland schon in wenigen Tagen das Nato-Beitrittsgesuch einreichen. Der russische Überfall auf die Ukraine hat zum Umdenken geführt. Waren vor dem 24. Februar lediglich 25 Prozent für einen Nato-Beitritt, wollen jetzt drei von vier der Finninnen und Finnen rein in die westliche Verteidigungsallianz. Schweden, bislang ebenfalls neutral, dürfte bald folgen. Putin als Architekt der Nato-Norderweiterung.

Moskaus Propaganda schlägt bereits Alarm wegen der «Bedrohung» und warnt vor Konsequenzen. Es ist das Märchen der Provokation durch die Nato, das auch hiesige Putin-Versteher nacherzählen. Das Gegenteil ist wahr: Nicht die Nato hat sich in Osteuropa breitgemacht und Russland bedrängt. Sondern die Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts und des Baltikums haben sich angesichts der imperialen Gefahr durch Russland in freien, souveränen Entscheiden für einen Beitritt entschieden. So tut es nun auch Finnland. Nur innerhalb des Bündnisses ist man von der Übergriffigkeit Moskaus geschützt, wie es das Beispiel Ukraine zeigt.

Mit Finnland gewinnt die Nato ein starkes Mitglied hinzu. Nicht nur steht an der 1300 Kilometer langen Grenze zu Russland die stärkste Artillerie in Europa. Auch verfügt Finnland im Kriegsfall über 280’000 gut ausgebildete Soldaten. Die Nato-Norderweiterung macht Europa sicherer.

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