Ägypten
Präsident Mubarak und seine Familie haben Kairo verlassen

Staatschef Hosni Mubarak und dessen Familie haben den Präsidentenpalast in Kairo verlassen und sind offenbar in den Badeort Scharm al-Scheich geflüchtet. Vor dem Präsidentenpalast demonstrieren Hunderte aufgebrachter Ägypter.

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Auf Transparenten fordern Domonstranten Mubarak zum Gehen auf
35 Bilder
Demonstranten im Vordergrund, Armeepanzer im HIntergund
Demonstrant mit Anit-Mubarak-Transparent
Hunderttausende sind auf den Strassen, hier marschieren sie dem Nil entlang
Armee fordert eine Rückkehr zur Normalität
Mubarak soll endlich gehen
Das Demo-Zentrum: Der Tahrir -Paltz
Ägypter zeigen Mubrak die Schuhe
Mubarak am TV am Donnerstag abend
Das Gebet kommt trotz Demo nicht zu kurz
Demonstranten zeigen Mubarak die Schuhe, die schlimmste Beschimpung in Ägypten
Demonstranten
Demonstranten in der Nähe des Tahrir-Platzes
Grossaufmarsch gegen Mubark in Kairo

Auf Transparenten fordern Domonstranten Mubarak zum Gehen auf

Keystone

Die Anzeichen, wonach Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak Kairo verlassen hat, verdichten sich. Wie aus der Regierungspartei verlautete, begab sich Mubarak mit seiner Familie zum Badeort Scharm al-Scheich am Roten Meer.

Am 18. Tag der Proteste gegen sein Regime sei der Staatschef mit seiner engsten Familie in einem Helikopter in den Badort geflogen, wo er eine Ferienvilla besitzt. Ein Rückzug nach Scharm al-Scheich war in den vergangenen Tagen mehrfach als ein würdevoller Ausweg für Mubarak genannt worden.

Für Berichte von Fernsehsendern, wonach Mubarak das Land verlassen wolle oder bereits abgereist sei, gab es keine Bestätigung. Aus dem internationalen Flughafen Kairo verlautete am Nachmittag, die Präsidentenmaschine sei nicht abgeflogen. Das ägyptische Fernsehen kündigte am Nachmittag eine wichtige und dringende Erklärung des Präsidialamtes an.

Hunderttausende versammelt

Unterdessen versammelten sich nach den Freitagsgebeten mehr als eine Million Menschen in Kairo und anderen Städten des Landes und forderten erneut den Rücktritt des 82-jährigen Staatschefs. Auf dem Tahrir-Platz, dem Herz der oppositionellen Proteste, versammelte sich eine riesige Menschenmasse.

Mehrere hundert Demonstranten zogen zudem vor den Präsidentenpalast, den Regierungssitz, vor das Parlament und die Zentrale des Staatsfernsehens. Die Streitkräfte zeigten mit Panzern und Truppen Präsenz, teilweise waren Abschnitte mit Stacheldraht gesichert.

Militär schreitet nicht ein

Sie schritten aber nicht gegen die Demonstranten ein - damit kam es nicht zu einer befürchteten Eskalation, nachdem die Protestbewegung ihre Demonstrationen nicht mehr nur auf den zentralen Tahrir-Platz beschränkte. Auch in Suez und Alexandria gab es Kundgebungen gegen Mubarak.

Die Muslimbruderschaft und der Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei riefen am Freitag zur Fortsetzung der Proteste auf. «Setzt eure Revolution fort, egal, wie lange es dauert und was immer es kostet», teilten die Muslimbrüder mit. «Die ganze Nation ist auf den Strassen. Der einzige Ausweg für das Regime ist der zu gehen», schrieb El Baradei via Kurzmitteilungsdienst Twitter.

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