Ukraine
Radikale entern Präsidentensitz - Kiew in der Hand der Opposition

In der Nacht auf Samstag haben die «Selbstverteidigungskräfte», eine radikale Gruppierung der Opposition, die Kontrolle über das Parlament, den Regierungssitz und die Präsidialkanzlei übernommen. Präsident Janukowitsch ist nach Charkow abgereist.

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Militante Regierungsgegner auf einem Militärfahrzeug hissen die ukrainische Flagge.

Militante Regierungsgegner auf einem Militärfahrzeug hissen die ukrainische Flagge.

Keystone

Die sogenannten «Selbstverteidigungskräfte», eine radikale Gruppierung der ukrainischen Opposition, haben in der Nacht auf Samstag die Kontrolle über das ukrainische Parlament, den Regierungssitz und die Präsidialkanzlei übernommen. Die Polizei leistete dabei keinen Widerstand. Anscheinend hatten die Einatzkräfte das Regierungsviertel bereits gestern geräumt. Kiev befinde sich vollständig in der Hand der Opposition, liess Vitali Klitschko am Samstagmorgen verlauten.

Die Radikalen lehnen das am Freitag zwischen der Opposition und der Regierung unterzeichnete Abkommen ab. Sie drohten mit Gewalt und forderten den Rücktritt von Präsident Viktor Janukowitsch bis Samstagvormittag.

Präsident Viktor Janukowitsch ist derweil in die ostukrainische Stadt Charkow abgereist. Medienberichten zufolge liess er persönliche Gegenstände aus der Präsidentenresidenz abtransportieren.

Der ukrainische Parlamentspräsident Wladimir Rybak hat unterdessen seinen Rücktritt erklärt.

Mit dem Rücktritt von Rybak und dem Verschwinden von Janukowitsch droht in der Ukraine ein Machtvaakum. Vitali Klitschko fordert Neuwahlen bis zum 25. Mai.

Experten spekulieren unterdessen über eine mögliche Spaltung der Ukraine in einen westlichen, pro-europäischen und einen östlichen, pro-russischen Teil. (az)

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8 Bilder
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