Rechtspopulisten
AfD-Spendenaffäre: Ex-Chefin Frauke Petry spricht von Geheim-Treffen mit reichem Spender in der Schweiz

In der AfD-Spendenaffäre hat die frühere Parteichefin Frauke Petry von Treffen mit einem wohlhabenden diskreten Unterstützer der Partei in der Schweiz berichtet.

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Aktuelle und ehemalige AfD-Spitze: Frauke Petry (rechts) zieht Jörg Meuthen (links) in die Spendenaffäre hinein.

Aktuelle und ehemalige AfD-Spitze: Frauke Petry (rechts) zieht Jörg Meuthen (links) in die Spendenaffäre hinein.

Clemens Bilan / EPA/EPA

(dpa/cbe) In einem Beitrag, den das ZDF-Magazin «Frontal 21» am Dienstagabend ausstrahlte, verweist die 2017 aus der AfD ausgetretene Bundestagsabgeordnete unter anderem auf ein Treffen in Zürich im Dezember 2015, an dem nach ihrer Erinnerung auch der heutige AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen teilgenommen hatte.

Meuthen wollte sich zu dem Bericht am Mittwoch nicht äussern. Der Unternehmer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Petry sagte auf Anfrage, als sie damals gemerkt habe, dass der Geschäftsmann nicht die Absicht gehabt habe, auf dem üblichen Weg Geld an die Partei zu spenden, «da war das Thema für mich erledigt».

Recherchen bringen Identität des Milliardärs ans Licht

Wie aus einem Schreiben des Bundestages an die AfD hervorgeht, wird in Kontounterlagen, die im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens von der Schweizer Justiz sichergestellt worden waren, der gleiche Geschäftsmann als Spender genannt.

Wie gemeinsame Recherchen von WDR, NDR, «Süddeutscher Zeitung» und Tamedia 2019 ergeben hatten, handelt es sich beim Geschäftsmann um den Milliardär Henning Conle (77). Der aus dem Ruhrgebiet stammende Conle und seine Familie besitzt gemäss Bilanz ein Vermögen von 1 bis 1.5 Milliarden Franken. Er soll in der Schweiz, Deutschland und Grossbritannien zahlreiche Immobilien besitzen.

Mehrere Strafzahlungen gegen die AfD

Das Rechtshilfersuchen eingereicht hat die Staatsanwaltschaft Konstanz. Sie ermittelt wegen einer Wahlkampfspende an den Kreisverband der heutigen AfD-Fraktionschefin Alice Weidel von 2017. Das Geld wurde später zurückgezahlt. Die AfD hatte dazu eine Spenderliste vorgelegt.

Im Juni 2019 teilte die deutsche Bundestagsverwaltung dann aber mit, mehrere der darauf genannten Personen hätten inzwischen erklärt, nicht gespendet zu haben. Der aufgrund der Dokumente aus der Schweiz als Spender ermittelte Conle habe sich auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft nicht zu dem Vorgang geäussert, hiess es damals. Die Bundestagsverwaltung hatte wegen rechtswidrig erhaltener Spenden mehrfach Strafzahlungen gegen die AfD verhängt.