Kampf gegen den IS
Syrische Rebellen erobern «letzten Zugang des IS nach Europa» zurück

Syrische Rebellen haben nach Angaben des US-Militärs eine Kommandozentrale der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch eingenommen.

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Mit Manbidsch konnten die Rebellentruppen eine strategisch wichtige Stadt zurückerobern. Das Bild zeigt einen Kämpfer der Freien Syrischen Armee nach der Einnahme der Stadt Kobane Anfang Jahres. (Archivbild)

Mit Manbidsch konnten die Rebellentruppen eine strategisch wichtige Stadt zurückerobern. Das Bild zeigt einen Kämpfer der Freien Syrischen Armee nach der Einnahme der Stadt Kobane Anfang Jahres. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/JAKE SIMKIN

Die Einrichtung sei in einem Spital untergebracht worden und habe auch als Logistik-Schaltstelle fungiert, hiess es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Sie sei als Teil eines Vorstosses am Wochenende eingenommen worden.

Die Kämpfe in der Stadt gingen nun an vier Fronten weiter, die Rebellen rückten auf das Zentrum vor. Manbidsch liegt im türkisch-syrischen Grenzgebiet und ist nach Angaben des US-Militärs der letzte Zugang des IS nach Europa.

Ziel der seit Wochen anhaltenden Offensive ist es demnach, den Islamisten eine wichtige Nachschubroute zu nehmen. Die Rebellen werden von der US-Luftwaffe unterstützt. Der Rückeroberung von Manbidsch dürfte ein Angriff auf die IS-Hochburg Rakka folgen.

Zivilisten sterben bei Angriff

Bei Luftangriffen der von den USA geführten Koalition im Norden Syriens wurden nach Angaben von Aktivisten erneut dutzende Zivilisten getötet. Unter den 56 Opfern der Bombardements vom Dienstag seien auch elf Kinder.

Dutzende weitere Zivilisten seien verletzt worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit."Es scheint sich um einen Fehler zu handeln", sagte der Leiter der Organisation, Rami Abdel Rahman.

Die Angriffe hätten auf IS-Kämpfer in und um das Dorf Al-Tuchar gezielt. Die Ortschaft liegt 14 Kilometer nördlich der IS-Hochburg Manbidsch. Die von Washington angeführte Militärkoalition äusserte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen, sagte aber zu, die Angaben zu überprüfen.

Bereits am Montag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle mindestens 21 Zivilisten bei Luftangriffen der Anti-IS-Koalition in der Region getötet worden. Die in Grossbritannien ansässige Organisation stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Schon seit anderthalb Monaten versucht eine arabisch-kurdische Koalition, die von den USA unterstützt wird, Manbidsch zu erobern. Mehrere zehntausend Zivilisten flohen vor den Kämpfen.

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