Ein doppelt armer Kerl, der statt Benzin Diesel getankt hat und sich dafür vor Gericht verantworten musste (wir berichteten). Für mich war allein schon der Spott meiner Kollegen Strafe genug.

Ich habe auf dem Rückweg von den Ferien auf der Ostsee-Insel Usedom, an der Autobahn rund 200 Kilometer vor Berlin, mein Auto statt mit Diesel mit Benzin betankt. Ausgerechnet ich, der absolute Pedant, wenn es um lange Ferienfahrten mit Auto und Wohnwagen geht.

Die Tankstelle hat das Falschtanken begünstigt: alle Zapfhahnen schwarz, keiner angeschrieben und jener für Diesel nicht wie üblich rechts oder links aussen, sondern in der Mitte. «Diese Tankstelle hat es in sich. Ich bin diese Woche schon mehrmals wegen Falschtankern hierhin ausgerückt und meine Kollegen ebenfalls», erklärte denn auch der Pannenhelfer.

Und: «Ich wäre jede Wette eingegangen, dass dir das nie passiert», sagte meine Frau. Das war ein schwacher Trost. Es ist mir passiert, ausgerechnet mir! Vor meinen beiden Freunden, denen dasselbe Missgeschick schon ein paar Jahre vorher passiert ist und die wir im Kollegenkreis deshalb mehr als einmal gehänselt hatten, hätte ich im Boden versinken können.

Immerhin: Ich hab die zwei 40-Liter Fässer mit dem aus dem (Diesel-)Tank abgesaugten Benzin nicht wie der erwähnte Angeklagte in einem Gulli entsorgt. Ich habe sie dem Garagisten geschenkt. Er und seine Nachbarn im Osten von Deutschland können damit wohl noch bis an ihr Lebensende gratis Rasen mähen.