Der Weg zurück in die Normalität ist lang. Ein Jahr der «Aufarbeitung und des Neustarts» sei 2018 gewesen, schreibt Raiffeisen anlässlich der Präsentation der Jahresergebnisse. Nun folgt ein «Jahr des Übergangs». Über all diesen wohlklingenden Formulierungen schweben die Verfehlungen des Managements unter Ex-Chef Pierin Vincenz. Dessen abenteuerlicher Kauf von Beteiligungen zu überhöhten Preisen führt nun zu einem massiven Abschreiber. Der Grossteil dieser 270 Millionen Franken geht auf das Konto von Vincenz. Der Gewinn schmilzt dadurch um 41 Prozent.

Alles halb so wild, könnte man sagen: Die Bank verzeichnet trotz Negativschlagzeilen neue Kunden, baut den Marktanteil im Hypothekargeschäft aus und hält den Ertrag im dominierenden Zinsengeschäft stabil. Doch gerade mit dem weiterhin teils aggressiven Wachstum bei den Hypotheken wird die Abhängigkeit von diesem Geschäft weiter zementiert. Zwar wollen die neuen Raiffeisen-Chefs neue Ertragsquellen suchen, um die Abhängigkeit vom Zinsengeschäft zu reduzieren. Bislang bleiben diese Pläne sehr vage, da viel Zeit für die Vergangenheitsbewältigung beansprucht wurde. Angesichts ausstehender Hypotheken von 180 Milliarden Franken kann man nur hoffen, dass Raiffeisen bald neue Ertragsquellen findet. So könnte es sich die Bank eher leisten, ihren aggressiven Kurs im Hypothekengeschäft zu drosseln.

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