Kommentar

Banken in der Verantwortung – nun sollen auch sie grüner werden

Die grüne Welle schwappt auch hierüber: Das Herz des Schweizer Finanzplatzes, der Zürcher Paradeplatz. (Archivbild).

Die grüne Welle schwappt auch hierüber: Das Herz des Schweizer Finanzplatzes, der Zürcher Paradeplatz. (Archivbild).

Es hätte der grösste Börsengang der Geschichte werden sollen. Die Saudis wollten fünf Prozent des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Aramco an die Börsen bringen – und damit 100 Milliarden Dollar lösen. Das Interesse der Investoren hielt sich aber in Grenzen.

Nun wollen die Saudis «nur» noch 25 Milliarden Dollar reinholen. Diese Geschichte wirft ein Schlaglicht auf den hiesigen Finanzplatz und seine Verantwortung beim Klimaschutz. Beim Börsengang von Aramco wollte die CS mitverdienen, obschon sie offiziell die Nachhaltigkeitsziele der UNO unterstützt. Sie rechnete mit einem Profit von 100 Millionen Dollar.

7 000 Milliarden Franken werden in der Schweiz verwaltet. Wo Banken, Versicherer oder Pensionskassen das Geld anlegen, etwa in fossilen oder erneuerbaren Energien, wirkt sich auf das Klima aus. Der Bundesrat will noch in diesem Jahr diskutieren, wie der Finanzplatz grüner werden soll. Die Palette der Instrumente ist gross. Von Nachhaltigkeitsstandards über Transparenzvorschriften, Steuerbefreiungen für grüne Investments bis hin zum Verbot von Investitionen in fossile Energien.

Verbote sind dabei sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Einerseits entwickeln die Investoren ohnehin ein Sensorium für die Risiken des Klimawandels. Andererseits können Banken auf Unternehmen Druck machen, um klimaverträglicher zu werden. Wie stark die Regulierung ausfallen wird, hängt auch vom Verhalten der Banken ab. Der Fall Aramco war für die CS also ein Flop. Geschäftlich – und politisch.

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