Kommentar

Chance für den Zukunftsraum

Der Einwohnerrat entschied für die Ausarbeitung eines Fusionsvertrags im Rahmen des Zukunftraum Aarau. Hier Matthias Zinniker (FDP) bei seinem Nein-Votum.

Der Einwohnerrat entschied für die Ausarbeitung eines Fusionsvertrags im Rahmen des Zukunftraum Aarau. Hier Matthias Zinniker (FDP) bei seinem Nein-Votum.

In Aarau soll das Fusionsprojekt Zukunftsraum im November nicht vor eine Volksabstimmung kommen. Vom Sinn und Zweck einer Gemeindefusion müssen die Bewohner aber früher oder später überzogen werden.

In den vier anderen beteiligten Gemeinden darf das Volk in den nächsten Wochen sagen, ob es das Fusionsprojekt Zukunftsraum weiterführen möchte. In Aarau war und ist Gleiches nicht vorgesehen. Die grosse Mehrheit der Einwohnerräte war gestern der Ansicht, es sei auch nicht nötig. Jedes Argument gegen eine freiwillige Volksabstimmung im November (Behördenreferendum) war für sich stichhaltig. Aber es blieb irgendwie ein fahler Nachgeschmack.

Hat da jemand Angst vor dem Volk? Angst vor der harten politischen Diskussion, die man bisher – zumindest in der alten Kantonshauptstadt – vermisste? Angst vor den Emotionen, die bei derartigen Auseinandersetzungen immer eine zentrale Rolle spielen?

Fest steht: Früher oder später wird man auch in Aarau nicht darum herum kommen, die Stimmbürger vom Sinn und Zweck einer Gemeindefusion zu überzeugen. Möglicherweise wäre das bei einem zweistufigen Vorgehen sogar einfacher, als wenn es am Schluss einfach die Fusionsverträge abzunicken gilt.

Es wäre schön, wenn das Komitee die notwendigen Unterschriften zusammen bringen würde. Wenn all die Befürworter, die die breite Diskussion gerne in den kommenden Frühsommer vertagt hätten, gezwungen würden, schon dieses Jahr mit Argumenten zu überzeugen. Es könnte eine Sternstunde der Aarauer Demokratie werden.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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