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Corona-Meisterschaft: Die Fussballschweiz wandert auf einem schmalen Grat

Ein gefährliches Spiel: Im doppelten Sinn. (Archivbild)

Ein gefährliches Spiel: Im doppelten Sinn. (Archivbild)

Während Deutschland und Österreich mittlerweile ihre Fussballmeisterschaften beendet haben, ist sie in der Schweiz später gestartet und steht nun vor einem frühzeitigen Abbruch.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber die in der Gesellschaft zunehmende Sorglosigkeit gegenüber dem Coronavirus zeigt sich nun auch im Schweizer Spitzenfussball. Nicht, dass den Clubs unterstellt werden müsste, sie würden sich nicht an die Vorgaben des BAG und der kantonalen Behörden halten. Doch im Vergleich zu anderen Ländern sind die Restriktionen überaus gering.

Überall, wo wieder gespielt wird, müssen sich die Akteure regelmässig Tests unterziehen. In der Schweiz beschied das BAG der Swiss Football League, das Testen sei nicht nötig. Zum einen würde man sich damit zu sehr in Sicherheit wähnen, zum anderen stünden Aufwand (Kosten) und Ertrag in keinem Verhältnis.

Natürlich hat die Bundesliga andere Mittel zur Verfügung. Bei ihr ging es bei der Frage, ob die Saison zu Ende gespielt werden soll, um über 300 Millionen Franken Fernsehgeld. Entsprechend mehr wurde in die Prävention investiert. Die Anreisen erfolgten in Kleinfahrzeugen, beim FC Zürich war die ganze Delegation in einen Bus gepackt. Möglicherweise eine vermeidbare Virenschleuder.

Während Deutschland und Österreich den Restart deutlich früher angesetzt und ihre Meisterschaften beendet haben, ist in der Schweiz (zu) viel auf Kante genäht worden. Noch besteht die Hoffnung, es komme nicht zu weiteren Coronafällen. Es wäre angesichts der spannenden Konstellation und tollen Spiele ein Jammer, käme die Liga nicht mit einem blauen Auge davon und es hiesse: Abbruch.

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