Kommentar

Das doppelte Drama von Iowa: Die US-Demokraten machen sich lächerlich

Keine Resultate, dafür haufenweise Verwirrung: Die ersten Vorwahlen der US-Demokraten enden im Debakel. Die Frage sei gestellt: Kann dieser Haufen wirklich etwas ausrichten gegen Donald Trump?

Nur etwas gibt es, das die US-Demokraten jetzt absolut nicht brauchen können: mehr Verwirrung. Verwirrt haben sie die Wählerinnen und Wähler bereits in den vergangenen Monaten. So viele demokratische Kandidaten wie nie zuvor – zwischenzeitlich 28 – haben sich für die Vorwahlen aufstellen lassen. Elf von ihnen sind noch immer im Rennen und bezichtigen sich fleissig gegenseitig, bei den Wahlen gegen Donald Trump keine Chance zu haben.

Neun Monate vor den nächsten Präsidentschaftswahlen am 3. November 2020 wirken die «Dems» wie ein zerstrittener Haufen. Der Graben zwischen den linken Ikonen Bernie Sanders (78) und Elizabeth Warren (70) auf der einen und den liberalen Mittekandidaten Pete Buttigieg (38) und Joe Biden (77) auf der anderen Seite ist tief.

Chaos-Vorwahl bei Demokraten - keine Ergebnisse aus Iowa

Chaos-Vorwahl bei Demokraten - keine Ergebnisse aus Iowa

Die erste Vorwahl der Demokraten war in der Nacht auf Dienstag im Chaos versunken. Die Partei sah sich, nach der ersten Abstimmung in Iowa, nicht in der Lage Ergebnisse zu veröffentlichen. Schuld daran sei ein App, das die Ergebnisse hätte erfassen sollen.

Die Frage, ob die Demokraten Trump mit einer politischen Revolution à la Sanders oder Warren oder doch eher mit gemässigten Mittepositionen à la Buttigieg oder Biden begegnen sollen, bleibt ungeklärt.

Dazu kommt jetzt das Debakel von Iowa, jenem Bundesstaat im landschaftlichen Nirgendwo des amerikanischen Kernlandes, in dem die Demokraten am Montagabend die erste Vorwahl veranstaltet haben. Wegen «technischer Probleme» mit der App, die die Stimmen auszählen sollte, liegen bislang keine Resultate vor.

Wer die Vorwahlen gewonnen hat, ist am Dienstagmittag noch immer nicht klar. Die Nervosität unter den Kandidaten ist gross. Mehrere haben sich zu Gewinnern erklärt, doch so richtig glauben will ihnen niemand.

Statt endlich ein bisschen Klarheit ins demokratische Gstürm zu bringen, haben die Vorwahlen in Iowa zusätzliche Hektik ins Spiel gebracht. Und auch wenn die demokratische Partei heute im Verlauf des Tages die Resultate bekanntgeben wird: Alle Verlierer werden die Resultate umgehend anzweifeln und den Wahlprozess in Iowa kritisieren.

Die Nervosität wird mitwandern zu den nächsten Vorwahlen am kommenden Dienstag in New Hampshire. Und die Frage steht im Raum: Kann dieser politische Haufen wirklich etwas ausrichten gegen jenen Mann, dem scheinbar nicht einmal politischer Verrat am eigenen Land (Stichwort Ukraine-Affäre) etwas anhaben kann?

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