Kommentar

Der Kampf gegen das Coronavirus wird nicht im Spital entschieden

Soldaten transportieren einen Corona-Patienten ins Kantonsspital Locarno.

Bald auch bei uns Verhältnisse wie im Tessin?

Soldaten transportieren einen Corona-Patienten ins Kantonsspital Locarno.

Was uns die Erkrankung eines Regierungsrates vor Augen führt und warum es jetzt Autorität und Klartext eines Chefarztes braucht. Ein Kommentar von AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli zur Ausbreitung des Corona-Virus im Aargau.

Nun hat das Coronavirus also auch die Spitze des Kantons erreicht. Dass mit Regierungsrat Urs Hofmann und Polizeikommandant Michael Leupold erste Exponenten aus Politik und Verwaltung erkrankt sind, war nur eine Frage der Zeit angesichts der exponentiell steigenden Zahl an Corona-Patienten.

Die zwei prominenten Fälle führen vor Augen, wie porös die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus sind. Wer wie Hofmann und Leupold aufgrund ihrer Funktion nicht konsequent in Isolation lebt und arbeitet, bleibt einem Restrisiko ausgesetzt. Doch es wäre fatal, daraus zu folgern, Covid-19 lasse sich eh nicht entscheidend bremsen, egal, wie vorsichtig wir uns verhalten.

Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Hygiene am Kantonsspital Aarau, redet uns mit einem einfachen Dreisatz ins Gewissen: Auf hundert Angesteckte kommt ein Toter. Jeder, der zehn Personen anstecke und die wiederum je weitere zehn, fordere letztlich also ein Menschenleben.

Fux wird in den nächsten Tagen und Wochen im Spital mithelfen zu retten, wer zu retten ist. Der Mediziner betont aber: Das Spital sei Nebensache in der Bekämpfung der Epidemie. Der Kampf werde draussen in der Bevölkerung entschieden. Ja, die Mehrheit folgt den Massnahmen und Empfehlungen der Politik soweit. Vielleicht braucht es aber Autorität und Klartext eines Chefarztes, damit es der Hinterletzte kapiert.

Die ganze Sendung «Talk Täglich» mit Christoph Fux sehen Sie hier:

Was geht in den Aargauer Spitälern wirklich ab?

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