Kleines Ratespiel in der munteren Ecke hier: Was ist eine Amphigorie? Eine Nonsensedichtung – bitte fragen Sie jetzt nicht, was Nonsense sei; wir sind umzingelt davon. Was sind Anankasmen? Zwangsstörungen in der Psychologie. Welche Sorte Mensch ist ein Bibliotaph? Einer, der seine Bücher versteckt und nie verleiht. Wenn Sie jetzt lachen, sind Sie sicher gesund; falls nicht, könnten Sie auch bloss agelastisch sein, lachfeindlich.

Aber wer braucht schon Wörter wie agelastisch, nicht wahr? Allein schon die deutsche Übertragung, lachfeindlich, wäre in einem Leierorgel-Text ein netter Tusch. Sprachwirkung beruht auf Verständlichkeit, gewiss. Darum setzt man besser den deutschen Begriff, nicht das Fremdwort. Sprache glänzt jedoch auch durch Wortreichtum. Da ist es nicht mehr zentral, alles zu verstehen. Es zählt viel mehr eine freudige Verblüffung: Herrschaft, was es alles gibt! Nicht nur in der Sprache, im Leben überhaupt. Zum Beispiel den Buchverstecker, den Bibliotaph. Als Typ wohlbekannt. Und doch erschuf ihn erst das Wort.

Der amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace sammelte seltene Wörter fast manisch. Sein deutscher Übersetzer Ulrich Blumenbach hat das nachgeahmt – für den «Spass an der Sache» als Buch. Für alle, die Sprache lieben und sie gar nicht überall begreifen wollen. Genauso wie die Liebe.