Aargauer Volksschule

Der neue Lehrplan als kleines Meisterstück

(Symbolbild)

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Mit einem Nein-Anteil von fast 70 Prozent versenkte das Aargauer Stimmvolk im Februar 2017 eine Initiative gegen den Lehrplan 21. Das unerwartet deutliche Resultat war ein Erfolg für SVP-Bildungsdirektor Alex Hürzeler, dessen Partei die Initiative unterstützt hatte. Hürzeler wurde vor der Abstimmung aus den eigenen Reihen angegriffen, durfte sich am Abstimmungssonntag über den Sieg an der Urne freuen – und hat diesen nun politisch geschickt umgesetzt.

Hürzeler schickte seine Vorschläge für den neuen Lehrplan in eine Vernehmlassung, obwohl der Regierungsrat selber hätte entscheiden können. Er gab Skeptikern und Abstimmungsverlierern so die Möglichkeit, ihre Positionen einzubringen. Dies konnte Hürzeler gefahrlos tun, weil der Grosse Rat bei diesem Geschäft nichts zu sagen hat. Clever war die freiwillige Anhörung dennoch: Die Verordnung zum neuen Lehrplan fällt zwar in die Kompetenz des Regierungsrats, das Geld für die Umsetzung muss aber das Parlament bewilligen.

Bei der Anpassung des Aargauer Lehrplans an den Lehrplan 21 zeigt sich Hürzeler flexibel und konsequent zugleich. Politische Bildung kommt als Fach in den Stundenplan – so kann die FDP ihre Staatskunde-Initiative nach acht Jahren zurückziehen. Sammelfächer wie «Natur und Technik», «Räume, Zeiten, Gesellschaften» sowie «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» werden eingeführt – die Fächer können aber auch einzeln von verschiedenen Lehrpersonen unterrichtet werden, was der SVP gefallen dürfte. Und er weist Forderungen von links für mehr Geld zurück – schliesslich hatte die Regierung eine kostenneutrale Lehrplan-Umsetzung versprochen.

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