Apropos

Die beste Ausrede der heutigen Zeit

«Ihre E-Mail ist leider im Spam gelandet.» Auf dem Bild das berühmt-berüchtigte Dosenfleisch, das sich in Grossbritannien und den USA grosser Beliebtheit erfreut.

«Ihre E-Mail ist leider im Spam gelandet.» Auf dem Bild das berühmt-berüchtigte Dosenfleisch, das sich in Grossbritannien und den USA grosser Beliebtheit erfreut.

Ausreden gibt es wohl seit Beginn der Menschheit: Was sagte der Höhlenbewohner seiner Frau, wenn er bummeln war, statt ein Mammut zu jagen? Zum Beispiel, ein Säbelzahntiger habe ihn auf einen Baum gejagt, wo er den ganzen Tag ausharren musste, bis es dem Tiger zum blöd geworden ist.

Zum Glück bietet die Neuzeit Ausreden, die weniger Kreativität fordern: Der Zug war verspätet (sehr plausibel), man sass im Stau (dito), man war in der Pause (wichtig der bestimmte Artikel, der suggeriert, dass solche Pausen quasi ein Naturgesetz sind).

Heute können wir auf eine weitere Ausrede zugreifen: «Ist leider im Spam gelandet.» Man erklärt damit, warum etwas unbeantwortet geblieben ist. Und erfüllt die Kriterien für eine gute Ausrede: Sie ist unwiderlegbar und befreit von Schuld.

Die Unwägbarkeiten der digitalen Welt haben tatsächlich etwas Schicksalhaftes. Allerdings: Weil man dies weiss, sollte das Checken des Spam-Ordners inzwischen Pflicht sein. Es wäre an der Zeit, diese Ausrede nicht mehr gelten zu lassen.

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