Roth-Ersatzwahl

Die Gefahr für Feri lauert in der Mitte

Yvonne Feri versucht es ein zweites Mal.

Yvonne Feri versucht es ein zweites Mal.

Die Parteileitung der SP Aargau will mit Yvonne Feri einen zweiten Sitz in der Regierung holen. Die SP-Nationalrätin trat bereits bei den Gesamterneuerungswahlen 2016 an, holte aber weniger Stimmen als Franziska Roth.

Die Chancen der SP Aargau auf einen zweiten Sitz im Regierungsrat sind mit der Kandidatur von Yvonne Feri intakt. Links-grün ist im Aufschwung, seit Themen wie das Klima oder die Gleichstellung die öffentliche Debatte dominieren. Ein Blick zurück zeigt zudem, dass die SP im Aargau mit Louis Lang und Arthur Schmid bis 1985 zwei Regierungsräte stellte.

Klar, es war Yvonne Feri, die sich bei den Regierungsratswahlen 2016 nicht gegen das politische Greenhorn Franziska Roth durchsetzen konnte. Nach dem Roth-Debakel hat sich die Ausgangslage aber verändert. Die Aargauerinnen und Aargauer werden sich zweimal überlegen, ob die Kandidierenden das nötige Rüstzeug zum Regierungsrat mitbringen. Hier kann Feri punkten. Sie kennt die politischen Abläufe aus dem Effeff und bringt als ehemalige Gemeinderätin Exekutiverfahrung mit.

Ein Nachteil für Feri ist, dass die Grünen ihre Kandidatur nicht unterstützen, sondern mit Severin Lüscher einen eigenen Kandidaten nominiert haben. Es ist allerdings möglich, dass Feri trotzdem Stimmen im grünen Lager holt. Denn ein reiner Männerregierungsrat ist im Jahr 2019 für viele Wählerinnen und Wähler ein No-Go.

Am gefährlichsten könnte ihr deshalb eine profilierte Mitte-Kandidatin werden. Diese würde sowohl jene Wählerinnen und Wähler abholen, die sich eine Regierungsrätin wünschen, als auch jene, denen Feri zu links ist.
noemi.landolt@chmedia.ch

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