Kommentar

Die Spitäler haben offenbar kein Interesse an einer restlosen Aufklärung

Chefarzt-Affäre: Die Spitäler geben dabei kein gutes Bild ab.

Chefarzt-Affäre: Die Spitäler geben dabei kein gutes Bild ab.

Zwei Jahre lang hat die Geschäftsprüfungskommission die Manipulationsvorwürfe gegen zwei Chefärzte untersucht. Der Befund ist klar und bestätigt die Recherchen der AZ: Die zwei Ärzte haben falsch abgerechnet. Die zwei Ärzte haben Geld für Eingriffe bezogen, die sie nicht selber vorgenommen haben. Viel mehr hat die mächtigste Kommission des Grossen Rates aber nicht herausgefunden. Das liegt nicht an der GPK und ihren Mitgliedern, sondern zum grossen Teil an den Spitalleitungen.

Die Kantonsspitäler haben zwar ihr Lohnsystem geändert, damit es für Chefärzte keinen Anreiz mehr gibt, mit möglichst vielen Operationen mehr Geld zu verdienen. Doch die Spitalchefs in Aarau und Baden sind offenbar nicht daran interessiert, die Vorwürfe restlos aufzuklären.

Gemäss dem Bericht der GPK kooperierten die Spitäler nur widerwillig. Noch immer ist offen, wie lange die beiden Ärzte falsch abrechneten und wie hoch der finanzielle Schaden ist. Die Spitalverantwortlichen beteuern, bei ihnen habe es keine systematische Manipulation gegeben. Sie bleiben aber den Beweis schuldig, dass diese Aussage wirklich zutrifft.

Es ist unverständlich, dass Spitäler, die zu 100 Prozent dem Kanton gehören, bei der Untersuchung nicht vollständig kooperierten. Sie hätten den Verdacht ausräumen können, dass der Umfang der Manipulationen viel grösser ist. Mit ihrem Verhalten haben sie diese Chance verpasst.

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