Kommentar

Die SVP sucht einen neuen Parteipräsidenten: der Chnorz einer normalen Partei

Nach vier Jahren soll Schluss sein: SVP-Präsident Albert Rösti tritt im Frühling 2020 von der Spitze der Partei zurücktreten. (Archivbild)

Nach vier Jahren soll Schluss sein: SVP-Präsident Albert Rösti tritt im Frühling 2020 von der Spitze der Partei zurücktreten. (Archivbild)

Die SVP sucht einen «Superman»: Eine Saftwurzel wie Toni Brunner soll er sein. Vor allem aber muss er oder sie viel Zeit haben, um für Gotteslohn die Ortssektionen wieder in Form zu bringen. Die SVP sei ein «Sanierungsfall», sagt Vordenker Christoph Blocher.

Es ist offensichtlich: Albert Rösti erwischte seine Partei mit dem Rücktritt auf dem falschen Fuss. Mit dem Zürcher Nationalrat Alfred Heer hat nun zwar ein erster Parlamentarier seine Ambitionen offengelegt. Doch dass Heer, der betont Blocher-kritisch und unkonventionell ist, eine Chance auf das höchste Parteiamt hat, darf bezweifelt werden.

Roger Köppels «Weltwoche» hat bereits vorgelegt: In der letzten Ausgabe wurde Heer als Nacheiferer des italienischen Lega-Chef Matteo Salvini dargestellt, der eine grosszügigere Sozialpolitik befürwortet.

Dass dies nach Blochers Gusto ist, kann man sich schwer vorstellen. Doch wer soll dann die SVP sanieren? Am Freitag läuft die Meldefrist ab. Mögliche Kandidaten gibt es nicht viele ­­– und sie zögern. Die Personaldecke ist dünn.

Die letzten beiden Parteipräsidenten, Toni Brunner und Albert Rösti, wurden faktisch von der Parteispitze bestimmt. Nun ist eine Findungskommission am Werk, die Kantonalparteien melden ihre Kandidaten.

Es ist, so scheint’s, ein demokratisches Verfahren einer ganz normalen Partei. Für die SVP ist das Ganze aber ungewohnt. Ein Stresstest für das System Blocher.

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