Kommentar

Diese Tivoli-Bilder dürfen nicht folgenlos bleiben

Trotz angespannter Corona-Situation: So wird im Shoppi Tivoli in Spreitenbach das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert

Trotz angespannter Corona-Situation: So wird im Shoppi Tivoli in Spreitenbach das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert

Das Shoppingcenter Tivoli lockte zu ihrem 50-jährigen Jubiläum mit Sonderangeboten und Spielen unzählige Konsumenten an. Bilder mit Menschenmengen sorgen für Kopfschütteln. Wie ist so etwas möglich in Zeiten steigender Corona-Fälle? Und hat das Konsequenzen? Ein Kommentar.

Bilder sind oft stärker als Worte. Und die Bilder aus dem Shoppi Tivoli vom Samstag machen im ersten Moment sprachlos. Hunderte von Menschen, die sich drängen, als ob es kein Morgen gäbe. Und das just in einer Zeit, in der sich das Coronavirus besorgniserregend verbreitet und eine neue Form des Lockdowns droht.

Twitterbild von der Jubiläumsfeier im Shoppi Tivoli

Twitterbild von der Jubiläumsfeier im Shoppi Tivoli

Die Tivoli-Bilder sind ein Hohn gegenüber allen, die sich einschränken und solidarisch mithelfen, die Pandemie zu bremsen.

Denn da gibt es auch die anderen Bilder an diesem Wochenende: Registrierte Fussballfans, die brav mit Maske und Abstand unter Argusaugen der Behörden an der frischen Luft einen Match auf dem Brügglifeld schauen. Schon dieses Konzept ist umstritten und vielleicht schon bald wieder vorbei. Umso unerklärlicher ist, dass gleichzeitig unter dem Deckmantel von Konsum und Umsatz in einem Einkaufszentrum eine Party abgeht, wie sie in einem Nachtklub wegen Covid-19 längst verboten wäre. 

Die Tivoli-Bilder zeigen, wie erschreckend schnell Eigenverantwortung dem Herdentrieb weichen kann, wenn die Versuchung gross genug ist. In der Verantwortung stehen allen voran die Tivoli-Betreiber, die ihre Jubiläumssause zuwenig coronakonform umstetzen: Immerhin: Der CEO räumt mittlerweile Fehler ein und hat den Anlass für Sonntag angepasst.

Das ist ein Anfang. Die Politik darf solches Gebahren nicht dulden, wenn sie für ihr Corona-Regime Rückhalt im Volk behalten will. Der ist in den nächsten Wochen nötiger denn je.

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