Kommentar

Durchgreifen bei Partyexzessen: Keine halben Sachen bitte!

Sorgloses Partyvolk vor Aarauer Bars

Sorgloses Partyvolk vor Aarauer Bars

Wie in anderen Städten kam es am Wochenende vor Aarauer Lokalen zu Menschenansammlungen. Der Barbetreiber vom Platzhirsch und die Polizei äussern sich zur schwierigen Situation im Nachtleben.

Nicht nur in Basel, auch in Aarau kam es am Wochenende zu unerwünschten Gruppenbildungen. Es liegt im Eigeninteresse des Kantons, unüberschaubare Viren-Hotspots im Keim zu ersticken. Der Kommentar

Alkoholverbot in Bars oder gleich Freibier für alle? So zugespitzt stellt sich die Frage in der Realität zwar nicht. Aber die lokalen und kantonalen Behörden müssen im gelockerten Coronaregime jetzt Farbe bekennen: Stehen sie (noch) hinter den Social-Distancing-Regeln des Bundes? Dann sollten sie diese nach Möglichkeit auch durchsetzen und nicht die Verantwortung wie eine heisse Kartoffel hin- und herschieben. Oder verfolgen sie eine Laisser-faire-Politik, in der Hoffnung, der Bundesrat hebe das Versammlungsverbot ab fünf Personen ohnehin bald auf? Auch dafür gibt es Argumente. Aber dann soll das bitte für alle gelten.

Partyexzesse, wie jetzt auch in Aarau, sind Gift für Solidarität und Durchhaltewillen in der Gesellschaft. Jeder Wirt, der auf Kosten des Umsatzes die Zwei-Meter-Regel befolgt, kommt sich verschaukelt vor, wenn anderswo gefeiert wird, als gäbe es kein Morgen. Es ist auch eine Zumutung für die Mehrheit der Bevölkerung, die sich dem Lockdown gefügt hat und sich jetzt weiter gedulden muss.

Es liegt im Eigeninteresse des Kantons, unüberschaubare Viren-Hotspots im Keim zu ersticken. Sonst wird sein aufwendig aufgesetztes Contact-Tracing wirkungslos. Kontaktketten eines Infizierten lassen sich in einer überfüllten Bar nicht eruieren. Zudem würde die Quarantänepflicht für andere unglaubwürdig. Die Steuergelder von jährlich über einer Million Franken für das Projekt könnte man sich dann sparen.

rolf.cavalli@chmedia.ch

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