Kommentar

Ein Aargauer Wahlherbst voller Fragezeichen

Grosser Rat Kanton Aargau

Grosser Rat Kanton Aargau

Bis gestern war unklar, ob wegen Corona am 18. Oktober überhaupt gewählt werden kann. Jetzt steht fest: Die Wahlen finden statt. So können die Wählerinnen und Wähler auch für das Corona-Krisenmanagement Noten geben und je nach Leistung bestätigen oder abwählen.

Doch in welche Richtung geht es? Bleibt die SVP, die bei den Nationalratswahlen 2019 im Aargau massiv Stimmen verloren hat, derart unter Druck? Oder profitiert sie nach dem Lockdown von der Abstimmungsdebatte über ihre Begrenzungsinitiative, mit der sie die Personenfreizügigkeit mit der EU beenden will? Umgekehrt ist unklar, ob die Grünen mit ihrer Kandidatin auftrumpfen und den Schwung vom letzten Wahlherbst beibehalten können. Oder rutscht der Klimaschutz in der Corona-Pandemie plötzlich nach hinten? Oder schnappen die Grünen gar der SP «ihren» Sitz weg, oder verdrängen Grüne und SP zusammen einen der bürgerlichen Regierungsräte?

Die vier erneut antretenden Regierungsräte können vom Bisherigen-Bonus und von ihrer massiven Präsenz in der Coronakrise profitieren. In Krisenzeiten macht der Souverän zudem ungern Experimente. Und doch ist vieles ungewiss. Ob tatsächlich keiner zittern muss, auch nicht Bildungsdirektor Alex Hürzeler, der in der Coronakrise in die Kritik geriet, wird sich weisen.

Es ist sehr erfreulich, dass die Grünen für Spannung sorgen. Es kommt also zu einem echten Wahlkampf. Damit steht nach vielen Wochen mit Notrecht eine Siegerin des Wahlherbsts bereits fest: die Demokratie.

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