(Symbolbild)

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Normalerweise geizen die Verlage mit Verkaufszahlen. Diese werden frühestens kommuniziert, wenn sie eine Schwelle von 10'000 überschritten haben. Liegen die Zahlen über 50'000, dann, ja dann klotzt man gerne mit dem numerischen Qualitätsbeweis.

Eine Flucht nach vorn macht nun der Kampa Verlag. Als Flop des Jahres kündet er im Frühlingsprogramm seinen Worstseller aus dem Herbst an – und wagt so einen letzten Versuch, das Buch doch noch unter die Leser zu bringen. Nur 626 Exemplare wurden von Ferdinand von Saars «Leutnant Burda» abgesetzt! Es sei zum Heulen. Geweint habe allerdings auch die Lektoratsvolontärin, als sie korrekturgelesen habe, schreibt der Verlag (einmal mehr).

Nur: So schlecht dürfte diese Zahl gar nicht sein. Zumindest bei Schweizer Verlagen dürften bei vielen Titeln die Verkaufszahlen in diesen Niederungen dümpeln – oder gar darunter. Der Aufwand rechnet sich eigentlich erst ab Verkäufen von 3000 bis 4000. Und auch dann: Reich wird damit niemand.

Von Anfang an hat sich der neu gegründete Kampa Verlag einen Namen gemacht mit unkonventionellen Marketingmethoden – und mit entwaffnender Offenheit. So war «Leutnant Burda» Chef’s Choice, wie auch das Cover. So oder so: ein Buch zum Heulen.

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